Aussage vor Gericht

Rächerin der gequälten Welpen: Münchnerin begleitet Schlag gegen Hunde-Mafia

Melanie Schmidt: Die Münchnerin rettete bereits unzählige Welpen aus den Hände  der Hunde-Mafia.
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Melanie Schmidt: Die Münchnerin rettete bereits unzählige Welpen aus den Händen der Hunde-Mafia.

Der illegale Welpenhandel im Internet boomt. Nun wurde erstmals eine Schmugglerin bestraft. Dank einer Frau aus München.

München - Hilflose Hundebabys, die von skrupellosen Züchtern viel zu früh der Mama entrissen – und für teures Geld illegal verscherbelt werden: Diese Opfer der Welpen-Mafia haben eine Frau, die für sie kämpft! Die Münchnerin Melanie Schmidt (27) hat in den vergangenen Monaten immer wieder Welpen gerettet. Nun wurde erstmals eine am Hundeschmuggel beteiligte Frau bestraft – dank Schmidts Zeugenaussage in einem Prozess am Amtsgericht. Hier wurde Sigrid N. (Name geändert) am Montag zu einer Geldstrafe verurteilt – wegen „Beihilfe zur Urkundenfälschung“.

Welpenhandel: Münchnerin entdeckt Anzeigen im Internet - fingiertes Treffen am Sendlinger Tor

Der Fall: Heuer im Februar hatte Schmidt im Internet mehrere Anzeigen entdeckt, bei denen Französiche Bulldoggen für 2.200 Euro pro Tier angeboten wurden. Am Sendlinger Tor* vereinbarte Schmidt einen fingierten Kauf-Termin mit dem Händler. Der Ungar wurde begleitet von Sigrid N. aus der Nähe von Landshut als Helferin und Dolmetscherin. Die Welpen-Retterin hatte vorab die Polizei informiert, die dann vor Ort zuschnappte und sowohl Händler als auch Dolmetscherin mit auf die Wache nahm. Denn die Welpen waren nicht nur viel zu jung, um nach Deutschland gebracht werden zu dürfen. Sie hatten auch keine Tollwut-Impfung und nur gefälschte Heimtierpässe. Die Hunde kamen ins Tierheim. Von dort konnte der Ungar sie später wieder abholen. Zumindest Sigrid N. aber ist nun rechtskräftig verurteilt.

Noch einen Tag vor ihrer Zeugenaussage, am Sonntag, war Melanie Schmidt schon wieder auf Welpen-Mission. Wieder im Internet, auf Ebay-Kleinanzeigen, hatte Schmidt eine Anzeige gefunden: Ein Pomeranian-Zwergspitz wurde für 1.600 Euro zum Verkauf angeboten. „Ich habe mich als Kaufinteressentin ausgegeben und traf mich mit den Verkäufern, einer Tochter und ihrem Papa aus Frankfurt in der Stollbergstraße.“ Zwei Zivilstreifen der Polizei warteten im Hintergrund auf Schmidts Zeichen: Zugriff! Dem armen Welpen ging es nicht gut. „Er wirkte total apathisch, sein Fell war ganz stumpf.“ Auch die Impf-Dokumente fehlten. So kamen die Verkäufer auf die Polizeistation und wurden angezeigt. Der Spitz wird nun im Tierheim aufgepäppelt.

Welpe „total apathisch“ - Melanie Schmidt rettet zweiten Hund bei Treffen in Münchner U-Bahn

So erging es auch einem Chow Chow – Schmidts zweiter Rettung am Sonntag. Auch dieser Welpe war im Netz für 1600 Euro angeboten worden. „Zwei Brüder trafen sich mit mir an der U-Bahn*-Haltestelle Partnachplatz“, so Schmidt. Das Hunderl war erst sieben Wochen alt. „Laut Gesetz darf man Welpen frühestens ab der achten Woche vom Muttertier trennen.“ Auch diese Händler wurden von der Polizei mitgenommen und wegen Verstößen nach dem Tierschutz- und Tiergesundheitsgesetz angezeigt.

Im Tierheim stellte sich heraus, dass Spitz und Chow Chow an gefährlichen Darmparasiten leiden. Nun werden sie gut versorgt – dank Melanie Schmidt. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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