So herzlos können Menschen zu Tieren sein

Welpenmafia bringt Tierheim in Not

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In solche Käfige gepfercht werden die oft viel zu jungen Hundewelpen eingeschmuggelt.

München - Der Hundeschmuggel in der Stadt kennt keine Grenzen und bringt nicht nur das Münchner Tierheim in Schwierigkeiten. Die Bayern-SPD fordert nun, dass der Freistaat die bayerischen Tierheime mit Fördergeldern unterstützt.

Es passiert am Hauptbahnhof oder auf einem Supermarkt-Parkplatz: Ein Mann öffnet den Kofferraum seines Autos mit osteuropäischen Kennzeichen und ein kleine winselnde Tiere kommen zum Vorschein: Arme kleine Hunde, die man viel zu früh ihrer Mama weggenommen hat und die nun verkauft werden sollen. Der Hundeschmuggel kennt keine Grenzen und bringt nicht nur das Münchner Tierheim in Schwierigkeiten. Die Bayern-SPD fordert nun, dass der Freistaat die bayerischen Tierheime mit Fördergeldern unterstützt.

Rund 10 000 Hundewelpen werden nach Schätzungen des Tierschutzbundes durch den Freistaat geschleust, aber nur ein Bruchteil dieser Welpenschmuggel wird aufgedeckt. Dennoch stiegen die Zahlen dramatisch – auch weil die Polizei sensibler wurde: Im ersten Halbjahr 2014 haben die Beamten schon im Freistaat 660 Zamperl beschlagnahmt und ins nächste Tierheim gebracht – so viel, wie es im ganzen Vorjahr waren! Auch in München landen immer mehr Welpen in der Auffangstation in Riem, wo in der Quarantänestation 25 Hundeboxen zur Verfügung stehen. Dort müssen sie wegen der Tollwutgefahr sechs Wochen ausharren, bevor sie an neue Frauchen und Herrchen vermittelt werden können.

„Eigentlich muss die Kommune für die Betreuung der Tiere zahlen, in der die sie beschlagnahmt wurden“, weiß Tierheim-Sprecherin Judith Brettmeister. „Das Problem ist aber, dass viele Gemeinden einfach nicht zahlen, vor allem im Raum Freising haben wir Probleme damit.“ Die Betreuung eines Hundes kostet das Tierheim täglich 25 Euro. Und dann kommen jetzt auch noch viele von Urlaubern ausgesetzte Tiere dazu.

Da viele Tierheime in Bayern ähnliche Probleme haben, fordert der tierschutzpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Herbert Woerlein, für sie jährlich eine Million Euro Zuschuss vom Freistaat. Gestern ließ er sich vor Ort von den Tierheimchefs Sandra Giltner und Kurt Perlinger die Situation erklären.

J. Welte

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