Hoffnung im Kampf gegen den Müll?

Münchens Wertstoffinseln quellen über - darum könnte sich die Situation bald drastisch verbessern

Ein Archivfoto einer Wertstoffinsel vom Korbinianplatz in Milbertshofen.
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Ein Archivfoto einer Wertstoffinsel vom Korbinianplatz in Milbertshofen.

In München gibt es 920 Wertstoffinseln. Viele von ihnen machen einen schlimmen Eindruck: verdreckt, ver­müllt, überfüllt. Doch es naht Hoffnung.

  • Viele der 920 Wertstoffinseln in München machen einen schlimmen Eindruck: verdreckt, ver­müllt, überfüllt.
  • Die Vereinbarung der Stadt mit den Entsorgern des Dualen Systems endet am 31. Dezember.
  • Neue Technik und eine höhere Leerfrequenz sollen Abhilfe schaffen.

München - In München gibt es 920 Wertstoffinseln. Viele von ihnen machen einen schlimmen Eindruck: verdreckt, ver­müllt, überfüllt. Doch es naht Hoffnung. Die Vereinbarung der Stadt mit den Entsorgern des Dualen Systems endet am 31. Dezember. Der richtige Zeit­punkt, die Situation zu verbessern, zum Beispiel durch einen enger getakteten Leerungsrhythmus.

Anwohner der Wertstoffinseln klagen schon seit Langem über Ungeziefer und Lärm. Allein der Bezirksausschuss (BA) Pasing-Obermenzing musste sich zuletzt wieder mit vier Bürgerschreiben zum Thema Wertstoffinseln befassen. Bei den Nachbarn im BA Allach-Untermenzing waren es ebenfalls zwei Schreiben – In beiden Gremien nur das Ende einer langen Reihe von Beschwerden über Monate hinweg – auch verursacht durch ein Mehr an Abfall in der Corona-Krise.

Die Pasinger Bezirkspolitiker hatten deshalb einen Eilantrag gestellt und darin Transparenz bei den Neuverhandlungen zum Dualen System gefordert. Der städtische Abfallwirtschaftsbetrieb AWM spricht in diesem Zuge mit den Firmen Remondis und Wittmann, die für den Unterhalt der Wertstoffinseln zuständig sind. Nun liegt die Antwort der Kommunalreferentin und AWM-Werkleiterin Kristina Frank vor – mit Aussagen, die auf Besserung zumindest hoffen lassen.

Müllproblem von Münchner Wertstoffinseln: Erhöhung der Leerungsfrequenz?

Wichtigste Aussage aus den Verhandlungen: Es wird über eine Erhöhung der Leerungsfrequenz diskutiert. „An den 920 Standplätzen soll die Entleerung bei zwei Dritteln der Behälter auf zwei- bis dreimal wöchentlich nach Bedarf erhöht werden“, schreibt Frank. Auch Füllstandskontrollen sind in der Diskussion – auch wenn die Betreiberfirmen diese für nicht sinnvoll halten. Die Stadt testet zusammen mit den Stadtwerken derzeit aber derartige Kontrollen an Altkleidercontainern. Sie sollen Alarm geben, wenn geleert werden muss.

In puncto Lärm beim Flascheneinwurf in die Glascontainer kann die Werkleiterin dagegen wenig Hoffnung machen. In München seien bereits Behälter der Lärmschutzklasse I im Einsatz, durch die der Radau so weit wie möglich gedämmt würde. Ein Problem sei, dass die Gummilippen am Einwurf, die ebenfalls der Lärmdämmung dienen, oft herausgeschnitten würden, weil manche Bürger versuchen, an mit eingeworfene Pfandflaschen zu kommen.

Um die Einhaltung der Einwurfzeiten muss sich der Betreiber kümmern, wie der AWM auf Anfrage mitteilt. Ebenso seien die Firmen Remondis und Wittmann verantwortlich für die Reinigung der Containerstandplätze und die Leerung der Behälter. Wie Frank in einem Schreiben an den BA Allach-Untermenzing mitteilt, bestand bei Remondis ein Engpass bei der Entsorgung, der durch einen massiven Kraftfahrermangel im Bereich der Spezialfahrzeuge verursacht wurde. Dies soll mittlerweile aber behoben sein.

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