Am Wochenende in der Landeshauptstadt

München genießt das Winterwetter: Polizei muss trotzdem einschreiten - und verteilt mehrere Anzeigen

250 Menschen auf dem Kleinhesseloher See: Doch das Eis ist laut Polizei noch nicht dick genug.
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250 Menschen auf dem Kleinhesseloher See: Doch das Eis ist laut Polizei noch nicht dick genug.

Etliche Münchner genossen am Wochenende den Schneezauber in der Stadt, meisten unter Einhaltung der Sicherheits- und Abstandsregeln. Nur auf dem Eis musste die Polizei eingreifen.

München - Das Eis glitzert in der Sonne – und lockt viele Münchner* zum Schlittschuhlaufen und Eishockey spielen auf die gefrorenen Gewässer. Doch die Polizei warnt: Noch immer ist die Dicke des Eises nicht ausreichend. Wegen akuter Einbruchgefahr holten die Beamten alleine am Samstag 300 Menschen vom Eis.

München: Polizei schreibt Anzeigen und sperrt See

Am Kleinhesseloher See im Englischen Garten waren am Samstag bis zu 250 Menschen auf dem Eis, liefen zu Fuß über die Fläche oder fuhren mit Schlittschuhen. Tatsächlich machte die Eisfläche einen stabilen Eindruck. Trotzdem gilt sie noch nicht als tragfähig, worauf Schilder hinweisen. Passanten alarmierten die Polizei* über den Notruf 110. Diese forderte die Eisläufer per Lautsprecherdurchsage dazu auf, die Fläche zu verlassen. Das sorgte teilweise für Unverständnis: „Das Eis ist auf jeden Fall dick genug“, erklärte etwa ein Hockeyspieler, der als Physiker arbeitet, gegenüber der tz. Einige Hockeyspieler wurden sogar wegen Ordnungswidrigkeiten nach dem Infektionsschutzgesetz angezeigt, weil sie in Kleingruppen bis zu acht Personen Eishockey spielten – erlaubt ist wegen Corona* lediglich der Kontakt zu einer haushaltsfremden Person.

Den Nymphenburger Schlosskanal hatte die Polizei bereits am letzten Sonntag räumen lassen, nachdem ein Vater mit seinem Kind eingebrochen war*. Beide blieben unverletzt. Auch hier schritten die Beamten am Samstagvormittag ein und holten mehrere Menschen vom Eis. Noch misst die Eisdecke nicht die erforderlichen zehn Zentimeter. Und der Schnee ist zusätzlich trügerisch: Durch die Schneedecke sind vorhandene Risse im Eis nicht sichtbar, warnt die Bayerische Schlösserverwaltung als Trägerin des Nymphenburger Kanals. Insbesondere im Waisenhauskessel am östlichen Ende des Kanals mit seinen bis zu fünf Metern Wassertiefe ist ein Betreten der Eisfläche lebensgefährlich.

München: Surfer wagten sich bei Minusgraden in den Eisbach

Doch abseits sorgte der Schnee für jede Menge Spaß auf Schlitten und Skiern. Der kleine Leo (5) schnallte im Denninger Anger die Brettl an: „Hier kann man ganz gut üben. Nur schade, dass es keinen Lift gibt und ich immer wieder hochlaufen muss.“ Ein paar hartgesottene Surfer wagten sich sogar in den Eisbach, der seinem Namen in diesen Tagen erst recht alle Ehre macht. Wer den Schnee-Spaß in der Stadt noch genießen will, sollte sich allerdings beeilen: Nach der schneereichen Nacht auf Montag kommen heute Vormittag noch ein paar Flocken runter. Ab Dienstag ist dann bei etwa vier Grad Tauwetter angesagt. Am Mittwoch legt sogar der Frühling einen Kurzbesuch ein: Da klettert das Thermometer auf frühlingshafte neun Grad – spätestens dann wird der Schnee überall davon schmelzen. *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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