Unmoralisches Angebot in München

WG-Zimmer gegen vier Mal die Woche Sex

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Diese Anzeige wurde mittlerweile entfernt.

München - Wohnen gegen Sex: Diese Anzeige war am Mittwoch auf einem Immobilienportal zu finden. Für 125 Euro soll es ein WG-Zimmer in bester Lage in München geben. Ein ernst gemeintes unmoralisches Angebot?

WG-Zimmer gegen Sex: Auf einem Wohnungsportal im Internet wurde eine unmoralische Anzeige veröffentlicht. Darin boten zwei "junge Männer" einer Frau ein WG-Zimmer in ihrer Vier-Zimmer-Wohnung im begehrten Münchner Stadtteil Schwabing an. Der Preis: 125 Euro Nebenkosten - und viermal die Woche Zeit für Intimitäten. „Du sollst mit jedem von uns (getrennt!) mindestens zweimal in der Woche Liebe machen“, hieß es in der Anzeige, die das Portal Immobilienscout 24 inzwischen gelöscht hat. Und weiter: „Du musst hübsch und gut gebaut sein und Spaß am Sex haben.“ Derartige Angebote seien nicht zulässig, betonte eine Sprecherin des Portals am Mittwoch in Berlin.

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Älter als 18 Jahre sollte die zukünftige Mitbewohnerin laut der Anzeige auch sein. Für 125 Euro und 16-mal Sex im Monat sollte es ein etwa 33 Quadratmeter großes, möbliertes Zimmer geben - mit Doppel-Wasserbett, Flachbild-Fernseher und einem eigenem Bad. Außerdem: freier Zugang zu „unserer brandneuen Designerküche, der Dachterrasse und der Sauna“. „Wir und das Zimmer sind, glaube ich, dessen Wert“, waren sich die Inserenten sicher.

Die beiden angeblich 26-jährigen Anbieter beschrieben sich als Manager, die bis zu 18 Stunden am Tag arbeiteten und darum kaum Zeit hätten, Frauen kennenzulernen. Sie seien aber sehr sportlich und sähen „blendend“ aus. Bewerbungen mit aktuellem Foto waren erbeten.

Auf eine Mail der Nachrichtenagentur dpa an die angegebene Adresse kam aber folgende Antwort: „Was in der Anzeige drin steht, ist wirklich so. Das heißt, wir haben nichts dagegen, wenn sich jemand passendes findet.“ Außerdem hätten sie die Reaktionen austesten wollen, „die von blanker Ablehnung bis zu begeistertem Interesse“ reichten. Rund 20 junge Frauen, „Mädels“, hätten sich gemeldet.

Ein schlechtes Gewissen hätten sie nicht, hieß es in der Mail der angeblichen Anbieter. „Denn wir zwingen niemanden und würden auch keinen nehmen, bei dem wir den Eindruck haben, dass er es nur aus einer Notlage heraus macht.“ Sex sei nichts Verwerfliches, „auch wenn wir uns bewusst sind, dass die bigotte öffentliche Moral Anstoß an unserer Anzeige nehmen könnte“. Auf Facebook wurde der Link zu dem Angebot tausendfach verbreitet.

Inzwischen scheint aber geklärt, dass hinter der Annonce eine junge Frau steckt, die mit der zweifelhaften Ausschreibung auf die schwierige Lage auf dem Münchner Wohnungsmarkt aufmerksam machen wollte.

Die Polizei hatte auf Anfrage keine strafrechtlichen Bedenken gegen die Anzeige - „höchstens moralische“, sagte ein Sprecher.

dpa/mm

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