Söder beauftragt Gutachten

Wie geht es mit der kleinen Surferwelle am Eisbach weiter?

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Surfer auf dem Eisbach.

München - Die Surferwelle am Eisbach ist auf der ganzen Welt bekannt und zieht Sommer wie Winter Surfer und Zuschauer an. Finanzminister Markus Söder kündigte an, sich für eine geregelte und sichere Nutzung einzusetzen. Was ist aus diesen Plänen geworden?

Surfen in der Stadt mag zunächst seltsam klingen. Doch hat Wellenreiten in München seit über 40 Jahren Tradition. Die große Eisbachwelle unterhalb der Brücke zieht Surfer aus der ganzen Welt an. 

Doch auch die kleine Eisbachwelle an der Dianabadschwelle, die sich einige hundert Meter hinter ihrer großen Schwester befindet, lockt viele Sportler. Die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung wollte der unrechtmäßigen Nutzung mithilfe eines Zauns einen Riegel vorschieben, die Surfer kämpften jedoch um ihren Erhalt. Das Surfen dort ist weiterhin nur geduldet, nicht erlaubt.

Söder setzt sich für geregelte und sichere Nutzung ein

Laut einem Bericht der Bild-Zeitung kündigte Finanzminister Markus Söder im Mai 2013 an, sich für die geregelte und sichere Nutzung einer zweiten Surferwelle an der Dianabadbrücke im Englischen Garten in München einzusetzen. Er habe ein Gutachten in Auftrag gegeben, und Experten sollten die Haftfrage prüfen. Im Februar 2014 hieß es von Seiten des Referats für Gesundheit und Umwelt, die Prüfung zur Haftungsproblematik sei noch nicht abgeschlossen. Seitdem war es ruhig um dieses Thema. 

Kleine Anfrage an den Landtag

Ludwig Hartmann, Abgeordneter von Bündnis90/Die Grünen stellte deshalb im November 2016 eine kleine Anfrage an den Bayerischen Landtag. Dieser veröffentlichte nun die Antworten: Die Ergebnisse des Gutachtens liegen demnach vor. Darin seien Maßnahmen aufgezeigt worden, wie Kollisionen zwischen Surfern und Badegästen verhindert werden können. Das Gutachten sei jedoch nicht für die Veröffentlichung bestimmt.

Auch die Haftungsfrage sei bereits geklärt. Sofern weiterhin ausreichende Maßnahmen zur Verkehrssicherung ergriffen werden und man das bestehende Badeverbot aufrecht erhält, bestehe keine Haftung. 

Maßnahmen, die Welle sicherer zu gestalten

Um das Unfallrisiko zu minimieren, hat die Verwaltung im Frühjahr 2014 wiederholt Warnschilder aufgestellt, ein Stahlseil mit Kunststoffummantelung quer über den Eisbach gespannt und an der westlichen Kaimauer ein Haltegeländer montiert.

Bisher keine Zwischenfälle

Ob das Bade- und Surfverbot eingehalten werde, kontrolliere die Verwaltung des Englischen Gartens im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten. Zwischenfälle aufgrund der Interaktion von Badenden und Surfern seien dort nicht bekannt. Grundsätzlich sei der Aufenthalt im Bereich von Wehranlagen aber als gefährlich einzustufen. „Das Risiko im Bereich der Dianabadschwelle liegt aber im Wesentlichen in dem möglichen Zusammentreffen von Surfern und Badenden“, heißt es in der Antwort der Staatsregierung auf die Frage nach der Risikobewertung. 

Staatsregierung möchte kleine Surfwelle erhalten

Die klare Aussage des Staatsministeriums der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat: „Ziel der Staatsregierung ist es, die Dianabadschwelle zu erhalten.“ Für den Bereich der großen Eisbachwelle am Haus der Kunst ist die Landeshauptstadt München verantwortlich.

jb

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