München will sich Namen schützen lassen

Die Wiesn 2021 steht coronabedingt vor dem Aus - Oktoberfest-Maßkrüge werden dennoch verkauft

Auf der Theresienwiese wird vielleicht heuer kein Oktoberfest stattfinden können. Dafür müssen sich die Wiesn-Kopien weltweit bald eine Erlaubnis aus München abholen.

München - Auch heuer wieder kein „Prosit der Gemütlichkeit“? Selbst zwei Drittel der Bayern glaubt laut einer aktuellen Umfrage nicht mehr daran, dass die Wiesn dieses Jahr noch stattfinden wird. Und auch der Alternativ-Plan - Oktoberfest in der Wüste von Dubai - kommt bei Wirten und der Stadt München nicht gut an. Wenn es nach bayerischen Landeshauptstadt geht, soll es ohnehin zukünftig nicht mehr so einfach sein, weltweit mit dem Namen Oktoberfest hausieren zu gehen.

München will sich den Namen Oktoberfest schützen lassen

Wie die EU-Behörde für geistiges Eigentum (EUIPO) auf ihrer Homepage jetzt bekannt gab, will sich München* das Wort Oktoberfest als Marke schützen lassen. Die Stadt soll den Antrag dafür schon 2016 eingereicht haben. Warum es allerdings fünf Jahre bis zur Veröffentlichung dauerte, darauf ging die Behörde nicht ein. Nun läuft noch eine Einspruchsfrist bis Juli.

Die Münchner Stadtverwaltung will damit dem weltweiten Wildwuchs von Oktoberfest-Profiteuren vorbeugen. Geschützt werden soll der Begriff für 22 „Produktklassen“ von Seife über Kreditkarten bis zum Uniform-Verleih. Ein Schutz der Marke Oktoberfest würde nicht bedeuten, dass die zahllosen Oktoberfest-Imitate von Brasilien bis Malaysia nicht mehr stattfinden könnten, aber künftig wäre eine Erlaubnis dafür notwendig.

Und auch das international nicht so bekannte „Wiesn“ ist als Marke in zahlreichen Bereichen bereits geschützt. Auch viele Abwandlungen wie „Oide Wiesn“, „Wiesnbier“, „Wiesnkönig“, ebenso „Wiesnglupperl“ - das sind mit Namen gravierte Wäscheklammern - „Wiesnschönheit“ und „Wiesn-Vegetarier“ sind schon markenrechtlich geschützt. Aber nicht hinter allen Namen steht die Stadt München. Auch private Geschäftsleute haben sich Bezeichnungen schützen lassen.

Trotz möglicher Wiesn-Absage - Oktoberfest-Maßkrüge im Shop erhältlich

Doch nur weil die Wiesn auf der Kippe steht, heißt es nicht, dass es nicht auch heuer wieder einen Oktoberfest-Maßkrug gibt. Dieser trägt das Logo des diesjährigen Wiesn-Plakats. Den Krug gibt es jetzt auf der offiziellen Oktoberfest-Internetseite zu kaufen. Sollte das größte Volksfest der Welt wider erwartend doch stattfinden können, dann würde es ab dem 18. September bis zum 3. Oktober auf der Theresienwiese wieder heißen „Oans, zwoa, drei g‘suffa!“. (tel) *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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Rubriklistenbild: ©  Landeshauptstadt München/RAW/dpa

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