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Große Trauer in München: Ex-Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid gestorben - „Gewerkschafter mit Herzblut“

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Von: Sascha Karowski

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Ex-SPD-Stadtrat Helmut Schmid neben OB Dieter Reiter.
Ex-SPD-Stadtrat Helmut Schmid (li.) ist gestorben. © Sigi Jantz

Das Leben von Helmut Schmid galt seiner Heimat. Er liebte München und die Menschen, Brauchtum und das Oktoberfest. Die Münchner Tradition hat er stets hoch gehalten. Jetzt ist der ehemalige SPD-Stadtrat im Alter von 76 Jahren gestorben.

München - Helmut Schmid wurde am 2. Oktober 1945 in Neuhausen geboren. Von 1963 bis 1981 arbeitete er im Kreisverwaltungsreferat und in der Lokalbaukommission. Anschließend wurde er Geschäftsführer der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV). Von 1993 bis 2009 war er DGB-Vorsitzender für München und die Region. Von 1984 bis 2020 saß Schmid für die SPD im Stadtrat, zwischen 1998 und 2008 war er deren Fraktionsvorsitzender und von 2002 bis 2014 Wiesn-Stadtrat.

Ex-SPD-Stadtrat ist tot: „Waschechter Sozialdemokrat und Gewerkschafter mit Herzblut“

„Er war ein waschechter Sozialdemokrat und ein Gewerkschafter mit Herzblut“, sagt Münchens ehemalige Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD). Als sie 1990 in den Stadtrat einzog, war es Schmid, der sie ein wenig an die Hand nahm. „Er hatte ein immenses Wissen, nicht nur politisch, er kannte auch viele historische Details über die Stadt“, sagt Strobl.

Klar habe man sich mit Helmut Schmid auch mal inhaltlich streiten können. „Aber danach war es auch wieder vergessen“, sagt Strobl. Bodenständig, lebensfroh, humorvoll und herzlich, so beschreibt auch SPD-Chefin Claudia Tausend ihren Weggefährten. „Helmut Schmid war für mich mehr als mein langjähriger Fraktionsvorsitzender. Er war für mich ein väterlicher Freund und Ratgeber. Er hat Zeit seines Lebens immer mit den Menschen und für die Menschen Politik gemacht.“

Ex-CSU-Stadtrat Hans Podiuk: „Schmid war der Inbegriff des Ur-Sozialdemokraten“

Zu schätzen gelernt hat das auch der poltische Gegner. „Für mich war Helmut Schmid der Inbegriff des Ur-Sozialdemokraten“, sagt der ehemalige CSU-Stadtrat und -Fraktionsvorsitzende Hans Podiuk, der von 1978 bis 2020 dem Stadtrat angehörte. Auf Schmids Wort habe man sich immer verlassen können. „Er war wirklich ein Mensch.“

SPD-Fraktionschef Christian Müller sagte am Montag (8. November): „Mit Helmut Schmid verlieren wir einen überzeugten Sozialdemokraten, der die Stadtpolitik über Jahrzehnte hinweg stark geprägt hat.“ Der Wohlstand in München sei auch ihm zu verdanken. Ohne eine vernünftige Wirtschafts- und Finanzpolitik gebe es keine gute Sozial- und Kulturpolitik sowie eine erfolgreiche Stadtentwicklung, so sagte Helmut Schmid. „Dieses, sein Erbe, ist für uns Anspruch und Herausforderung für die Zukunft zugleich. Die SPD-Fraktion ist Helmut Schmid zutiefst dankbar für alles, was er für unsere Stadt und für die SPD getan hat. Er wird in unserer Mitte immer einen Platz haben.“

OB Dieter Reiter trauert um „wichtigsten Wegbereiter meiner politischen Laufbahn“

„Der Tod von Helmut Schmid macht mich persönlich sehr traurig. Zuallererst sind meine Gedanken bei seiner lieben Frau Hedi, seinen Kindern und der ganzen Familie. Ich wünsche Ihnen die Kraft diese schwere Zeit zu überstehen und werde Ihnen dabei jederzeit zur Seite stehen“, sagte OB Dieter Reiter (SPD).

Er habe Helmut Schmid seit über 50 Jahren gekannt, er sei nicht nur ein guter Freund gewesen. „Er war für mich der wichtigste Wegbereiter für meine politische Laufbahn. Von ihm habe ich über viele Jahre gelernt, wie politische Arbeit funktioniert. Er war wie ich politisch immer der Meinung, dass eine funktionierende Wirtschaft wichtig ist, weil sie sowohl Arbeitsplätze sichert als auch unsere Sozial- und Bildungspolitik finanziert.“

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