Mieten steigen etwas langsamer an

Miet-Irrsinn immer kurioser: Karlsfeld teurer als München - Bayern Metropole bundesweit nur noch Siebter

Nicht mehr die teuerste Stadt Deutschlands, was die Mieten angeht: die bayerische Landeshauptstadt München.
+
Nicht mehr die teuerste Stadt Deutschlands, was die Mieten angeht: die bayerische Landeshauptstadt München.

Mieten wird in Deutschlands Städten immer teurer. Einer Studie zufolge ändert sich das womöglich bald. Die Preise steigen langsamer an.


München - Die Mietspiegel von 352 Städten (mit mehr als 20 000 Einwohnern) haben sich die Mitarbeiter des Forschungsunternehmens F+B vorgenommen. Analysiert wurden den Angaben zufolge die Nettokaltmieten von Wohnungen mit einer Fläche von 65 Quadratmetern, mittlerer Ausstattung und Lage. Die wichtigsten Ergebnisse:

• Kurve der Mietsteigerungen flacht ab: Die Mietpreise stiegen das dritte Jahr in Folge weniger stark an als bisher. Demnach legten deutschlandweit die ortsüblichen Vergleichsmieten 2020 um 1,7 Prozent zu – 2019 waren es noch 1,8 Prozent gewesen, 2018 noch 2,2 Prozent.

München ist nicht mehr das teuerste Pflaster Deutschlands

• Die Lage in München*: Bayerns Landeshauptstadt ist für Mieter nicht mehr das bundesweit teuerste Pflaster. In Stuttgart müssen Mieter noch tiefer in die Tasche greifen als in München. Hier liegt die Nettokaltmiete für eine 65-Quadratmeter-Wohnung bei 10,38 Euro pro Quadratmeter und damit 46 Prozent über dem deutschen Durchschnitt. München rutschte heuer sogar auf den siebten Platz ab. 2018 war die Stadt in der Auswertung erstmals seit 20 Jahren vom ersten Platz verdrängt worden. Dass der Münchner Immobilienmarkt aber immer noch überreizt ist, lässt sich daran ablesen, wie stark die Preise im Umland steigen: Die teuerste Kommune Deutschlands ist nämlich inzwischen das im Speckgürtel gelegene Karlsfeld. Hier wird eine durchschnittliche Nettokaltmiete von 10,90 Euro pro Quadratmeter fällig.

• Preise im Umland ziehen nach: Unter den Top Ten befinden sich mit Germering, Dachau und Erding noch drei weitere Orte aus dem Münchner Umland. „Hier zeigt sich, dass die alte Regel ,Wer günstiger wohnen möchte, muss ins Umland ziehen‘, nicht mehr durchgreifend gilt“, so F+B-Geschäftsführer Bernd Leutner. Das seit Langem extrem hohe Preisniveau in den Kernstädten habe zu Ausweichbewegungen in die Speckgürtel geführt. Übrigens: Dass nicht noch mehr Münchner Umlandgemeinden in der Rangliste auftauchen, hat einen einfachen Grund: Sie erheben keinen Mietspiegel und liefern damit auch keine Daten für die Studie.

Altbauwohnungen in München prozentual teurer als Neubau

• Sonderfall Berlin: Vergleichsweise günstig wohnt man noch immer in Berlin. In den westlichen Stadtteilen kosten Bestandswohnungen momentan im Schnitt 7,40 Euro pro Quadratmeter, in den östlichen 6,65 Euro pro Quadratmeter.

• Alt- oder Neubau? Die Studie zeigt interessante Details auf: Wohnraum aus den 1920er-Jahren liegt in München 49 Prozent über dem Bundesdurchschnitt, bei Wohnungen, die 2015 fertig wurden, sind es nur 15 Prozent – allerdings liegt der Referenzwert (Bundesdurchschnitt) mit 9,40 Euro (zu 6,58 Euro) hier auch deutlich höher. Wolfgang de Ponte -*tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare