Eigentum hoch im Kurs

München: 55 Bewerber auf eine Wohnung - Doch Analyse zeigt, wie stark Corona Interessen verändert

Der Mietmarkt in München ist seit Jahren schon ein schwieriges Pflaster (Symbolfoto).
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Der Mietmarkt in München ist seit Jahren schon ein schwieriges Pflaster (Symbolfoto).

Trotz Corona ist der Wohnungsmarkt in München überspannt. Die Wohnungsnot hat sogar noch einmal zugenommen. 55 Bewerber kommen auf ein Mietobjekt.

München - Schlechte Nachrichten für Wohnungssuchende und Immobilienkäufer im Großraum München: Die Nachfrage am Immobilienmarkt bleibt trotz Corona* nicht nur unverändert hoch, sie hat sogar noch einmal zugenommen! Im Schnitt kommen 55 Bewerber auf eine Mietwohnung, noch einmal vier Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus einer Analyse des Portals Immoscout24 hervor. Zum Vergleich, im Bundesdurchschnitt sind es 33 Bewerber – das ist ein Rückgang um sechs Prozent. Auch beim Kauf ist die Nachfrage deutlich höher als das Angebot: Allein im Februar 2021 gingen 3 Prozent mehr Kontaktanfragen für Häuser zum Kauf ein als im Vorjahr. Für Eigentumswohnungen stieg die Nachfrage um 34 Prozent. Damit setzt sich das deutlich verstärkte Interesse der Vormonate an Kaufimmobilien fort. Für München* bedeutet das: Für eine Eigentumswohnung gibt es im Schnitt 22 Bewerber, für ein Haus 32!

Wohnung finden in München: Statistik belegt Fakt - Menschen bleiben in der Stadt

Dass es die Menschen wegen der Krise aus der Stadt ins Umland zieht, lässt sich durch die Statistik übrigens nur bedingt belegen. In der Stadt München nahm die Nachfrage nach Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr um 31 Prozent zu, in den Umlandgemeinden um 22 Prozent. Dass beim Hauskauf in der Stadt die Nachfrage nur um ein Prozent stieg, im Speckgürtel aber um 62 Prozent, liegt wohl daran, dass die Gruppe, die sich ein Haus in der Stadt kaufen kann, wohl begrenzt ist.

Dass gerade jetzt in der Krise so viele Menschen nach einer Kaufimmobilie suchen, hat laut der Experten von Immoscout mehrere Gründe: Bei einer Umfrage im November 2020 gab knapp die Hälfte der Bevölkerung an, sie hätten ihr Zuhause mehr als vor Corona zu schätzen gelernt. Ralf Weitz, Geschäftsführer von ImmoScout24, meint: „Wer die finanziellen Mittel hat, sucht daher eher nach einem Eigenheim anstatt der nächsten Mietwohnung. Während sich andere Ausgaben, beispielsweise für Reisen, während der Pandemie reduzieren, erweist sich die Investition in Betongold zudem als krisenfeste Wertanlage. Auch das niedrige Zinsniveau und das neue Provisionsrecht, das Käufer entlastet, begünstigen das Interesse am Immobilienkauf.“

Mieten, Kaufen, Wohnen: Preis-Irrsinn in München findet kein Ende - größere Wohnungen wegen Corona gefragt

Vor allem Eigentumswohnungen, die genug Platz für Homeoffice und Homeschooling bieten, haben an Attraktivität gewonnen. Im Januar 2021 gingen 133 Prozent mehr Kontaktanfragen für Eigentumswohnungen über 150 qm ein als im Vorjahreszeitraum. Im Februar 2021 lag der Wert bei 129 Prozent. Die Nachfrage für Eigentumswohnungen mit Balkon stieg von Dezember 2020 bis Februar 2021 im Schnitt um 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei Eigentumswohnungen mit Garten gab es im gleichen Zeitraum ein Plus von 31 Prozent. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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