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Wohnungen im Lehel an eigene Kinder verschachert - Anwalt zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt

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Von: Sascha Karowski

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Wohnungen München
In München hat ein Rechtsanwalt zwei Wohnungen zu einem auffällig niedrigem Preis an seine Töchter verkauft. Nun wurde verurteilt. © Matthias Balk/dpa

Er vertickte zwei Wohnungen jeweils zum Spottpreis an seine Kinder, nun ist ein Münchner Rechtsanwalt zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

München - Weil er zwei Wohnungen im Lehel jeweils zur Hälfte des Marktwertes an seine Kinder verkauft hat, ist ein Münchner Rechtsanwalt (65) zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Der Angeklagte hatte seit den 80er-Jahren eine freundschaftliche Beziehung zu einer 1926 geborenen Münchnerin unterhalten. Die Dame hatte keine Kinder und erteilte dem Rechtsanwalt 2008 eine General- und Vorsorgevollmacht. Es existiert wohl auch ein Testament zugunsten des Angeklagten, allerdings offenbar in verschiedenen Versionen. Das ist Teil eines Zivilverfahrens.

München: Wohnungen im Lehel verschachtert - Anwalt verurteilt

Im Jahr 2010 musste die Dame aufgrund fortschreitender Demenz in einem Heim untergebracht werden. Der Angeklagte übernahm für sie fortan die Verwaltung des nicht unerheblichen Vermögens. Unter anderem besaß die Dame zwei Eigentumswohnungen mit jeweils rund 80 Quadratmetern im Lehel, 2015 verkaufte der Anwalt eine der Wohnungen zu einem Kaufpreis von 600 000 Euro an seine Tochter und deren Ehemann. Eine zweite Wohnung veräußerte er zu einem Kaufpreis von 675 000 Euro an seinen Sohn und dessen Ehefrau. Tatsächlich hatten die Wohnungen beim Verkauf jeweils einen Wert von über 1,1 Millionen Euro.

Die Mieten in München schießen in die Höhe: Eine Mieterin im Westend bezahlt für rund 31 Quadratmeter 900 Euro im Monat. Doch sie hat den Kampf gegen die hohen Mietpreise aufgenommen.

Münchner Anwalt zeigt sich geständig, aber ahnungslos

Der Angeklagte ist geständig, gab aber an, nicht gewusst zu haben, dass er mit dem Verkauf der Wohnungen einen höheren Preis hätte erzielen können. Das wertete das Gericht als Schutzbehauptung.

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