Bizarrer Wohnungsmarkt

Stadt einfach zu teuer? Großer Umzugs-Report zeigt Erschreckendes über Wohnwechsel der Münchner

Sonnenuntergang über München: Die Stadt ist lebenswert, jedoch überteuert
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Sonnenuntergang über München: Die Stadt ist lebenswert, jedoch überteuert.

Eine aktuelle Studie zeigt Daten und Fakten zum Wohnungswechsel innerhalb der Stadt München. Neuerlich wird die bizarre Situation bei den hohen Mietpreisen ersichtlich.

  • Eine Studie gibt Auskunft über das Umzugsverhalten in Deutschland - auch über die Stadt München.
  • Die Statistik zeigt, unter welchen Umständen die Bürger der Landeshauptstadt wohnen.
  • Wenig überraschend zeigt sich auch einmal mehr die schreckliche Situation auf dem Wohnungsmarkt.
  • Teure Mieten treiben viele Menschen aus München. Kein Wunder, es besteht eine finanzielle Überbelastung.

München - Mehr als 200.000 Münchner ziehen jährlich um oder weg. Wo geht’s hin – und warum? Das Bremer Start-up Homeweek hat in einer Studie das Umzugsverhalten der Deutschen und Münchner genau unter die Lupe genommen. Die Zahlen stammen aus 86.254 internen Datensätzen und einer Onlinebefragung von 11.016 Menschen, die in den letzten 16 Monaten umgezogen sind. Ein Überblick:

Wohnung wechseln in München: Die meisten möchten ihre Lebensqualität verbessern

Gründe: 58,56 Prozent der Befragten gaben an, mit dem Umzug ihre Lebensqualität verbessern zu wollen. In 35,16 Prozent der Fälle liegt die Ursache für den Umzug im privaten Bereich, etwa ein veränderter Platzbedarf durch Familienzuwachs. Nur 6,31 Prozent der Umzüge sind beruflich bedingt.

Männersache: In München treffen zu 67,40 Prozent die Männer die Entscheidung für die neue Bleibe. Bundesweit halten sich die Herren eher zurück: Ziehen Pärchen um, werden nur 9,09 Prozent der Umzüge vom Mann geplant, 31,82 Prozent von der Frau. 59,09 Prozent planen gemeinsam.

Zwei Zimmer, Küche, Bad: Die meisten Münchner wohnen in einer Zweizimmerwohnung (32,07 Prozent). Im Schnitt ist eine Wohnung in München 61,45 Quadratmeter „groß“. Kleiner sind die Wohnungen nur in Hamburg mit im Schnitt 61,03 Quadratmetern. Die größten Wohnungen bewohnen die Hessen (81,16 Quadratmeter).

Wegzug aus der Stadt: Hunderttausende Münchner suchen jährlich das Weite

Stadt oder Land? Laut Statistischem Jahrbuch zogen 2018 innerhalb des Stadtgebiets 107.434 Münchner um, 105.349 zogen über die Stadtgrenze weg. Wer aus München wegzieht, wohnt laut der Studie von Homeweek dann im Schnitt 75,92 Kilometer entfernt.

Statistik des Jahres 2019 über die Wohnungswechsel in den einzelnen Stadtteilen von München.

Sommerhoch: Im Jahr 2019 war in München* der Juni mit 25,4 Prozent aller Umzüge der umzugsstärkste Monat, im März zogen die wenigsten um (5,42 Prozent). Bundesweit ziehen die meisten Menschen im August um (20,16 Prozent), die wenigsten Umzüge gibt es im Januar (3,26 Prozent).

Wer zahlt? In München wird der Umzug zu 97,42 Prozent aus eigener Tasche bezahlt. Damit liegt München über dem Bundesschnitt von 94,60 Prozent. 1,90 Prozent der Umzüge in München werden vom Amt übernommen, der neue Arbeitgeber finanziert nur 0,90 Prozent der Umzüge.

Teure Mietkosten in München: Bewohner kämpfen mit finanzieller Überbelastung

Finanzielle Belastung: Das Wohnen in München ist vor allem für Familien eine Herausforderung. Eine Analyse von immowelt zeigt, dass in der Landeshauptstadt selbst Eltern mit anerkanntem Berufsabschluss bei Neuvermietungen 46 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens für die Miete aufwenden. Zum Vergleich: In Gelsenkirchen oder Duisburg sind es unter 20 Prozent. Ein Mietanteil von mehr als 25 Prozent am Haushaltsnettoeinkommen gilt als hohe Belastung, mehr als 33 Prozent sogar als Überbelastung. In München steuern die Mietpreise auf 30 Euro pro Quadratmeter zu...

Planungsdauer: Von der Suche nach der neuen Bleibe bis zum Umzug vergehen in München im Schnitt 49,77 Tage. Damit sind die Münchner von der schnellen Sorte: Deutschlandweit liegt die Planungsdauer bei 57 Tagen.

Hohe Mieten und eine unsichere Wohn-Zukunft. Viele ältere Münchner zieht es aus der Stadt weg. Der Landeshauptstadt droht eine „graue Wohnungsnot“.

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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