Wohnungsbau, Arbeitslose, Kaufkraft

So stark ist München - und so geht's weiter

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Die Münchner Fußgängerzone - das Sinnbild für unsere Kaufkraft

München - Geld, Jobs, Wachstum: München boomt – und das in Zeiten der Krise. Wir erklären, warum unsere Stadt so stark ist - und wie rosig ihre Aussichten sind.

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„Die Wirtschaftsstruktur der Region hat ein sehr breites Fundament“, sagt Wirtschaftsreferent Dieter Reiter (SPD) bei der Vorstellung des Wirtschaftsberichts für 2011 und zieht dennoch eine gemischte Bilanz. Denn der Aufschwung hat Schattenseiten: Wohnen ist teuer wie nie, Krippenplätze sind knapp und der Verkehr wird immer dichter. Das ist das Münchner Wirtschaftszeugnis:

Der Aufschwung füllt die Geldbeutel: München hat die höchste Kaufkraft aller Großstädte. Das Plus von fünf Prozent bedeutet einen Anstieg auf 26 124 Euro pro Einwohner im Jahr. Der Rest der Republik kommt nicht einmal auf vier Prozent plus. Außerdem ist die Stadt von drei der fünf reichsten Kreise umzingelt – Starnberg, Ebersberg und Landkreis München.

Nur 495 Unternehmen mit 1579 Mitarbeitern gingen Pleite – Minus 16 Prozent. In den letzten zehn Jahren war der Wert nur einmal niedriger.

Weil die 92 500 Unternehmen, die 710 000 Angestellten und die Selbständigen ordentlich Steuern zahlten, konnte die Stadt über eine halbe Milliarde Euro Schulden abbauen – derzeit sind es 1,7 Milliarden Euro. Dennoch investiert die Stadt in den nächsten drei Jahren 3,5 Milliarden Euro.

Die Arbeitslosigkeit geht zurück: Die Quote sank um 0,5 Punkte auf 4,2 Prozent im Durchschnitt des vergangenen Jahres. Seit Anfang 2012 fiel die Quote weiter auf 3,9 Prozent – aktuell sind 48 600 Münchner ohne Arbeit. Besonders die Jungen finden leichter einen Job. Und 1352 Ausbildungsplätze blieben unbesetzt!

Das allerdings wertet der Wirtschaftsreferent als Anzeichen für einen Fachkräftemangel. Der droht nicht bei den Hochqualifizierten, aber bei den Facharbeitern.

In den Branchen zählt das Baugewerbe nach einigen Jahren der Krise wieder zu den Gewinnern – der Umsatz kletterte um 17 Prozent. Besonders der Wohnungsbau stieg um 51 Prozent! Das Handwerk wuchs um acht Prozent. Und auch das besonders wichtige verarbeitende Gewerbe behauptete sich.

Der Immobilienmarkt wächst zum Leidwesen der Mieter mit: Büros und Wohnungen verzeichneten absolute Höchstpreise. Der Leerstand liegt so niedrig wie nirgends sonst.

dac

Das sind die Aussichten für die Zukunft der Stadt

Für die Zukunft ist es vor allem das Thema Wohnen, das den Wirtschaftsreferenten und OB-Kandidaten der SPD, Dieter Reiter, umtreibt. Zum einen müssten Gewerbeflächen erhalten bleiben, damit auch kleine produzierende Betriebe noch einen Standort finden. Zum anderen brauche die Stadt bezahlbare Wohnungen. Reiter setzt darum neben Neubau, Umwandlung und Werkswohnungen auch auf das Umland.

„Wir müssen das Thema gemeinschaftlich angehen“, sagt Reiter, der heute zwei Bürgermeister aus dem Umland trifft. Und wenn künftig 150 000 Neu-Bürger herziehen, müsse die Stadt mehr als 80 000 weitere Autos verkraften. Darum setzt Reiter auf den Nahverkehr, etwa die zweite Stammstrecke. Für das laufende Jahr dämpft Reiter die Erwartungen – die Konjunktur könnte sich abschwächen. Und was mit dem Euro passiert, weiß keiner.

dac

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