Alternative wird bereits ins Auge gefasst

Wohnungspläne der Stadtwerke vorerst auf dem Abstellgleis - Blick richtet sich auf Trambahnbetriebshof

Der Trambahnbetriebshof in der Einsteinstraße
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Alternative? Für den Standort am Trambahnbetriebshof in der Einsteinstraße (Haidhausen) soll es eine Machbarkeitsstudie geben.

In zwei südlichen Münchner Stadtteilen wollen die Stadtwerke neue Wohnungen für Mitarbeiter bauen. Doch das stellt sich als schwierig heraus. Nun geht der Blick auf den Bus- und Trambahnbetriebshof in der Einsteinstraße.

  • Die Stadtwerke wollen Wohnungen für Mitarbeiter in Ramersdorf und Perlach bauen.
  • Allerdings wird dieser Plan von zwei wichtigen Vorgaben durchkreuzt.
  • Eine Alternative bietet der Bus- und Trambahnbetriebshof in der Einsteinstraße.

München - Die Stadtwerke München (SWM) verfügen über 550 Werkswohnungen, weitere 500 sind im Bau und bis 2030 sollen noch einmal 2000 hinzukommen. Dieses Ziel wankt jetzt erheblich! Ein überregionaler Grünzug und der notwendige Schallschutz machen zwei Wohnungsneubauplänen in Ramersdorf und Perlach einen Strich durch die Rechnung.

Eigentlich sollten an der Lauensteinstraße im Zusammenhang mit der geplanten Erweiterung der Trambahn-Hauptwerkstätte auch noch Wohnungen für Mitarbeiter entstehen. Dieses Vorhaben lehnte das Planungsreferat jetzt ab. „Die ursprünglich vorgesehene Fläche für die Werkswohnungen ist ein ­schmaler Streifen im Süden des Grundstücks“, erläutert SWM-Sprecher Michael Silva. Und der gehört laut geltendem Flächennutzungsplan zu einem übergeordneten Grünzug. Das macht einen Neubau unmöglich.

München: Wohnungsbau-Probleme der Stadtwerke - noch Hoffnung für Pläne in Neuperlach

Bei dem anderen Standort für Werkswohnungen im 16. Stadtbezirk gibt es offenbar immerhin noch ein kleines Fünkchen Hoffnung. Neben dem zweiten U-Bahnbetriebshof sollen an der Arnold-Sommerfeld-Straße in Neuperlach-Süd auch Büroflächen und Dienstwohnungen integriert werden. Bis zum Herbst läuft die Prüfung der planungsrechtlichen, technischen und auch wirtschaftlichen Aspekte dafür offiziell noch.

Doch die bisherigen Untersuchungen haben ergeben, dass es ein Problem gibt: Gemäß aktuellem Schallschutzgutachten dürften nämlich die Fenster der Wohnräume nicht geöffnet werden. Der Bau müsste mit einer aufwendigen Belüftungsanlage ausgestattet werden. Angesichts der angespannten Wirtschaftssituation infolge der Corona-Krise ist es mehr als fraglich, ob die Stadtwerke an den Wohnungsplänen festhalten. Bei nachteiliger Aufwand-Nutzen-Relation müsse von einer Realisierung abgesehen werden, heißt es in einer SWM-Stellungnahme ans Wirtschaftsreferat.

München: Alternativer Standort wäre der Bus- und Trambahnbetriebshof in der Einsteinstraße

Alternativpläne liegen auf dem Tisch: Werkswohnungen über dem Bus- und Trambahnbetriebshof in der Einsteinstraße haben Stadtteilpolitiker der SPD im Münchner Südosten gleich in zwei Gremien ins Spiel gebracht. In Haidhausen will man zunächst über eine Machbarkeitsstudie prüfen lassen, ob und wie eine Sanierung und Vergrößerung des Betriebshofes notwendig wäre. In Bogenhausen gehen SPD und CSU in ihrem gemeinsamen Antrag bereits von einer Erweiterung oder einem Neubau auf dem Gelände aus, in das dann unbedingt Werkswohnungen eingeplant werden sollen. (Ick)

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