1. tz
  2. München
  3. Stadt

XXL-Staub-Sauger für Landshuter Allee: „Nur die zweitbeste Lösung“ - CSU hätte lieber einen Tunnel

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sascha Karowski

Kommentare

Zahlreiche Autos fahren an einer mehrspurigen Straße in beide Richtungen
Vielbefahren: An der Landshuter Allee sollen die Luftfilter postiert werden. © Klaus Haag

Die XXL-Luftfilter an der Landshuter Allee werden ab November aufgestellt. Der Stadtrat hat sich gestern mit dem Thema befasst, einige Mitglieder führten eine Alternative ins Feld.

München – Die Schadstoff-Filter an der Landshuter Allee sind nur die zweitbeste Lösung. Sagt die CSU. Deren Stadtrat Sebastian Schall hat bei der Vollversammlung am Mittwoch die Gelegenheit genutzt, um den Tunnel Landshuter Allee abermals aufs Tapet zu bringen.

Wie berichtet, will Münchens Referentin für Klima- und Umweltschutz, Christine Kugler (parteifrei) bereits ab Anfang November die ersten sieben Luftfiltersysteme an der Strecke aufstellen lassen*, zwei weitere sollen folgen. Die Systeme sollen die Luft von Schadstoffen reinigen. Damit startet ein Pilotprojekt für Luftfilter im Freistaat.

CSU-Stadtrat Sebastian Schall: „Eine Fliege mehr geschlagen“

Schall sagte, dass er den Feldversuch zwar grundsätzlich begrüße, aber er man mit einem Tunnel „eine Fliege mehr geschlagen“ hätte. „Man hätte auch den Lärm für die Anwohner verringert.“ Wie berichtet, hatten Grüne und SPD den Tunnel Landshuter Allee von der Agenda gestrichen*. Es soll aber Alternativ nach Lösungen gesucht werden, Schadstoffe und auch Lärm für die Anwohner zu reduzieren.

„Kurzfristig werden die Luftfiltersysteme Verbesserungen für die Anwohner bedeuten“, sagte SPD-Stadträtin Julia Schmitt-Thiel. Es könne zwar nur eine vorübergehende Lösung sein. Sie helfe aber wesentlich schneller dabei, die Schadstoffbelastung zu reduzieren als ein Tunnel, der nicht so schnell gebaut werden würde. „Das große Ziel muss aber bleiben, den Umweltverbund zu stärken, damit wir auch keine Luftfilter mehr aufstellen müssen.“

Grünen-Chef Florian Roth: So funktionieren Luftfilter in Stuttgart

In Stuttgart gibt es diese Luftfilter bereits, wie Grünen-Chef Florian Roth ausführte. Am Verkehrsknotenpunkt Neckartor seien die Schadstoffwerte um neun Prozent zurückgegangen, „nah an den Gebäuden zwischen zehn und 19 Prozent“. Das sei beachtlich. Daher finde er den Versuch in München* „sehr positiv“.

Roth gab aber CSU-Stadtrat Schall recht. „Es ist nur die zweitbeste Lösung, die beste wäre eine schnelle Verkehrswende hin zu Elektroautos und dem ÖPNV.“ (ska) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare