Ohrenbetäubende Stellen in der Stadt

Die zehn neuen Verkehrslärm-Brennpunkte

+
Die Landsberger Straße gehört zu den lautesten Stellen der Stadt - jetzt startet das Rathaus einen Lärmaktionsplan.

München - Die Stadt entwickelt zusammen mit den Bürgern einen Lärmaktionsplan – ohne Tempo 30! Gutachter sollen sich neue Maßnahmen ausdenken vom Flüsterasphalt bis zum Schallschutzfenster.

Die Stadt ist an vielen Stellen gefährlich laut, und Tempo 30 wäre auch auf manchen Hauptstraßen der beste Lärmschutz für die Nachbarn. Das schreibt der letzte – und scheidende – grüne Stadtminster Joachim Lorenz dem Stadtrat noch einmal trotzig ins Fahrtenbuch. Was war das nämlich für ein Aufschrei, als der Umweltreferent das vor drei Jahren im Rathaus vorschlug – und gemeinsam von SPD und CSU ausgebremst wurde, obwohl damals noch Rot-Grün regierte. Heute hat ohnehin Schwarz-Rot das Sagen: Jetzt entwickelt die Stadt zusammen mit den Bürgern den nächsten Lärmaktionsplan – ohne Tempo 30! Gutachter sollen sich neue Maßnahmen ausdenken vom Flüsterasphalt bis zum Schallschutzfenster.

Zehn neue ohrenbetäubende Stellen haben die Experten identifiziert (siehe Tabelle unten). Dazu haben sie das Straßennetz in 50-Meter-Abschnitte geteilt und jeweils berechnet, wo die höchsten Lärmpegel die meisten Anwohner plagen. Dazu kommen zehn Lärm-Brennpunkte, die wegen der Tempo-30-Absage beim letzten Lärmaktionsplan durchgefallen waren – etwa Lindwurm-, Schwanthaler-, Rosenheimer, Brudermühl- und Schwanseestraße. Zwei Abschnitte haben sich erledigt seit die Nordumgehung Pasing fertig und die Eröffnung des Tunnels am Luise-Kiesselbach-Platz absehbar sind.

Und die Bürger sollen mitreden: Die Stadt will eine Internet-Seite erstellen, auf der die Münchner schlimme, noch unentdeckte Lärmstellen eintragen können – und welche Ideen sie haben, um Abhilfe zu schaffen. Diese Vorschläge können andere Nutzer wiederum bewerten. Die 20 häufigsten Nennungen werden im Rathaus besprochen. Heide Rieke, umweltpolitische Sprecherin der SPD, sagt: „Wir freuen uns, dass in Sachen Lärmschutz etwas vorangeht.“ CSU-Kollege Manuel Pretzl sagt: „An manchen Stellen ist der Verkehrslärm durch Stop-and-Go ohne Not künstlich verursacht. Dass die Verwaltung nun auch verkehrslenkende Maßnahmen vorsieht, die den Verkehr verflüssigen und somit Brems- und Anfahrlärm reduzieren, haben wir lange gefordert.“

Die zehn neuen Lärm-Brennpunkte:

Berg-am-Laim-Straße/Kreillerstraße

Fraunhoferstraße/Ohlmüllerstraße

Innere Wiener Straße/Ismaninger Straße

Landsberger Straße/Bayerstraße

Passauerstraße/Hansastraße

Plinganserstraße/Albert-Roßhaupter-Straße

Prinzregentenstraße/Einsteinstraße/Grillparzerstraße

Rheinstraße/Leopoldstraße

Schleißheimer Straße

Steinsdorfstraße/Sternstraße/Oettingenstraße

dac

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn: Verkehrslage auf Stammstrecke normalisiert sich wieder
S-Bahn: Verkehrslage auf Stammstrecke normalisiert sich wieder
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Entmietung! Es ist derselbe Bauherr, der denkmalgeschütztes Haus abreißen ließ
Entmietung! Es ist derselbe Bauherr, der denkmalgeschütztes Haus abreißen ließ

Kommentare