Drei Schicksalsschläge – drei Mal große Hilfe

München zeigt Herz

Mama Saynab (23) starb im Taxi: Sie hinterlässt eine süße Tochter (4)

München - Die Mama stirbt im Taxi, ein Mädchen hat einen Tumor im Gehirn, eine dreifache Mutter braucht eine Stammzellspende: Lesen Sie hier drei bewegende Schicksalsschläge, bei denen die Betroffenen auf Ihre Hilfe angewiesen sind.

 Drei schwere Schicksale, dreimal geht es um Leben und Tod, drei Fälle bewegen die Münchner – und sie helfen. Die Taxler spenden für die Tochter der Toten, die Klinik ­sammelt für das kranke Mädchen und eine Münchnerin hilft ihrer Tante. Sie alle zeigen Herz und ­hoffen, dass sich andere Münchner anschließen.

Fahrer spenden für die Tochter des Taxi-Opfers

Die Zeitungsbilder der beiden toten jungen Frauen gehen Taxi-Chef Reinhard Zielinski einfach nicht aus dem Kopf. Vor eineinhalb Wochen rammte ein Taxi einen Bus und ging in Flammen auf. Seitdem grübeln er und seine Kollegen der Taxi München eG, wie sie das Leid mildern können. Jetzt wollen sie für die Tochter der toten Saynab (23) spenden.

Taxi-Chef Reinhard Zielinski (li.) und die Fahrer spenden für die Tochter

3000 Euro zahlt die Taxi-Gesellschaft selbst. „Im Internet und über Funk werden außerdem die bis zu 9000 Fahrer aufgerufen, ebenfalls zu spenden“, sagt Zielinski. „Dieser tragische Unfall hat uns sehr schockiert. Wir drücken allen Hinterbliebenen unser tiefstes Mitgefühl und Anteilnahme aus.“ Man könne den Unfall leider nicht mehr ungeschehen machen, sagt der Taxi-Vorstand. „Aber die vierjährige Tochter der alleinerziehenden Saynab hat noch ihr ganzes Leben vor sich. Und da wollen wir helfen.“

Taxi rammt Reisebus auf Mittlerem Ring

Taxi rammt Reisebus auf Mittlerem Ring

Am frühen Morgen des 21. Oktober hatte sich einer der schwersten Unfälle in der Münchner Taxigeschichte ereignet: Der Mercedes mit vier Fahrgästen – zwei Männer (18 und 19) sowie zwei Frauen (17 und 23) – krachte auf dem Mittleren Ring ungebremst in einen liegengebliebenen Reisebus.

Die 23-jährige Saynab starb mit schwersten Kopfverletzungen an der Unfallstelle, ihre Freundin Laura (17) im Krankenhaus. Die Ursache für den Unfall ist noch immer nicht genau geklärt, möglicherweise hat der Fahrer (58) den Bus wegen Nebels nicht gesehen.

Nina Bautz

Auch Sie können spenden auf das Sonderkonto der Taxi-Genossenschaft: Kontonummer 15 23 71 21, bei der Hypovereinsbank, BLZ 700 202 70, Verwendungszweck: „Taxispendenaktion Saynab“.

Ein wenig Blut gegen Leukämie

Der Mund schmerzt, die Chemotherapie hat die Schleimhäute stark angegriffen. Manchmal liegt Ingrid K. (48) tagelang nur im Brett, weil sie so schwach ist. Und dazu immer die Sorge: „Wenn ich nicht bald eine Stammzellenspende bekomme, bricht die Leu­kämie aus. Das könnte das Todesurteil sein!“

Die Leidensgeschichte der dreifachen Mutter und gebürtigen Münchnerin beginnt im April 2011: Ingrid K. hat immer öfter starke Bauchschmerzen. Non-Hodgkin-Krankheit, eine bösartige Krankheit des lymphatischen Systems! Ingrids Cousine Alexandra Rückerl (31) berichtet: „Sie hatte vergrößerte Lymphknoten im Magen.“ Ingrid trägt ihr Schicksal mit Fassung, allein ihrer Kinder (18, 21 und 30 Jahre) wegen.

Ingrid K. (48) braucht Stammzellen

Die Chemotherapie schlägt zuerst gut an. „Wir dachten, das Schlimmste sei vorbei“, sagt Alexandra. Vor ein paar Monaten der Rückschlag: An der Magen-Außenwand haben sich neue Lymphknoten gebildet. „Jetzt muss es schnell gehen. Jede weitere Chemo wäre schlecht für den Körper.“ Die Cousine meldet sich bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei DKMS – und hat Glück: Die Familie kann sich der Typisierungsaktion der Firma Travelzoo am Samstag anschließen.

„Wir sind sehr dankbar. Privatpersonen können solch eine Aktion finanziell nicht stemmen“, erklärt Alexandra Rückerl. „Die meisten denken, eine Stammzellenspende habe etwas mit dem Rückenmark zu tun. Dabei reicht in den meisten Fällen das Blut.“ Sie und Ingrid K. hoffen nun, dass viele Münchner kommen werden, um sich testen zu lassen: Die Wahrscheinlichkeit, dass Gewebemerkmale übereinstimmen, liegt bei eins zu 20 000. „Wir geben die Hoffnung nicht auf!“ Vielleicht helfen die Teilnehmer ja auch, ein anderes Leben zu retten.

nba

Die Typisierungsaktion findet am Samstag, 3. November, von 13 bis 17 Uhr in der Kath. Pfarrgemeinde Mariahilf (Am Herrgottseck 2) statt. Infos bei der DKMS unter Tel. 07071/ 943 21 24. Wer die Aktion finanziell unterstützen will: DKMS, Kontonummer 10 01 28 57 56, Stadtsparkasse München, BLZ 701 500 00.

Die kleine Fatimah muss leben

Vor kurzem, da hat Fatimah wieder gelacht. Sie hat einen Arm in die Höhe gestreckt und gefragt, ob sie eine Milch haben könne. Es war fast ein bisschen wie früher, als in Fatimahs Kleinhirn noch kein bösartiger Tumor wucherte. Als Krebs für das fünfjährige Mädchen nur ein Tier war, eines mit großen Scheren, das zwickt.

Jetzt ist Fatimah schlauer – jetzt, nachdem die Ärzte im Krankenhaus München-Schwabing den Tumor entfernt haben, könnte sie wieder gesund werden, berichtet der Münchner Merkur. Ihre Chancen stehen gut, sagen die Mediziner. Aber nur unter einer Voraussetzung: Das Mädchen braucht eine Chemo- und Strahlentherapie. Doch die kostet Geld, mehrere zehntausend Euro. Und Fatimahs Familie, die im Irak lebt, hat kein Geld mehr.

Die Eltern haben ihr ganzes Vermögen für die erste OP ausgegeben – als Fatimah der Tumor entfernt wurde. Da hofften sie noch, er sei gutartig. Und das Kind würde bald zurück nach Bagdad kommen. Das war im Juli.

Papa Adel Hussein M. begleitet seine Tochter

Inzwischen versuchen die Mitarbeiter der Kinderkrebsstation Geld aufzutreiben, weil sie Fatimah nicht aufgeben wollen. In einer E-Mail schreiben sie: „Wir wissen, dass wir die Welt nicht heilen können, aber für uns hat das Mädchen nun ein Gesicht – und wir möchten Fatimah nicht nach Hause schicken, in den Irak, wo keine Hilfe mehr möglich ist. Vielleicht haben Sie ja die Möglichkeit, einen kleinen Beitrag für die weitere Behandlung zu zahlen.“ Denn ohne diese Weiterbehandlung wird der Tumor wiederkommen – und rasend schnell wachsen, sagen die Ärzte. Ein Todesurteil.

Fatimah versteht das noch nicht. Sie will nur eines: heim – und dass alles so wird wie früher. Fatimah vermisst die Geschwister, vor allem aber die Mutter. Sie weint oft.

Barbara Nazarewska

Wenn Sie spenden möchten: Städtisches Klinikum München GmbH, Stadtsparkasse München, BLZ 701 500 00, Kontonummer: 45 80 00, Stichwort: „Fatimah“

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