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Münchner Zukunftsprojekt wohl vor dem Aus - Regierung versprach millionenschwere Förderung

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Von: Sascha Karowski, Georg Anastasiadis

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Gruppenbild mit Flugtaxi: Im August 2021 posierten (v.li.) DZM-Gründungsbeirat Wolfgang Herrmann, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Ministerpräsident Markus Söder und OB Dieter Reiter im neugegründeten Zentrum.
Gruppenbild mit Flugtaxi: Im August 2021 posierten (v.li.) DZM-Gründungsbeirat Wolfgang Herrmann, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Ministerpräsident Markus Söder und OB Dieter Reiter im neugegründeten Zentrum. © Matthias Balk/dpa

Das Deutsche Zentrum Mobilität der Zukunft steht offenbar vor dem Aus. Die neue Bundesregierung hat die Fördergelder von rund 400 Millionen zusammengestrichen.

München - Es war ein großer Wurf für München: Fördergelder von 400 Millionen Euro hatte die damalige Bundesregierung zugesagt, 320 Millionen Euro davon für die bayerische Landeshauptstadt. Das Geld sollte in das Deutsche Zentrum Mobilität der Zukunft (DZM) im „Munich Urban Colab“ fließen.

München: Bundesregierung versprach 400 Millionen Fördergelder für „Munic Urban Colab“

Die Geschäftsstelle in München sollte innovative Entwicklungen im Bereich der Mobilität bündeln: Flug-Taxis, autonomes Fahren oder Transportdrohnen – Verkehrsplanung der Zukunft aus einem Guss. Ministerpräsident Markus Söder (CSU), OB Dieter Reiter (SPD) und der damalige Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) kamen im August vergangenen Jahres zur Eröffnung des Münchner Büros.

„Wir wollen hier verschiedene Initiativen zusammenbringen und ein Netzwerk schaffen“, sagte Scheuer seinerzeit. Es gehe darum, neue Techniken vom Reallabor in den Alltag zu übertragen. Nach Informationen unserer Zeitung droht dem Projekt aber bereits das Aus.

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München: Ampel-Regierung streicht Mittel für DZM - „Da müssen die Alarmglocken schrillen“

Denn die neue Ampel-Bundesregierung hat die Mittel für das Projekt zusammengestrichen. Bereits für den laufenden Haushalt sind statt der einst avisierten Planungskosten von 44,5 Millionen Euro lediglich noch zehn Millionen Euro vermerkt. „Da müssen die Alarmglocken schrillen“, sagt ein Insider gegenüber unserer Zeitung.

Das Bundesverkehrsministerium teilt auf Anfrage mit, dass im Koalitionsvertrag vereinbart wurde, die Mobilitätsforschung interdisziplinär aufzuwerten und das Zentrum Zukunft der Mobilität neu aufzustellen und zu erweitern. „Im Zuge dessen wurde das Gründungsbüro in München durch eine Kontaktstelle in den Räumlichkeiten des DWD ersetzt, um für die Phase der Überarbeitung des Konzeptes weiterhin ansprechbar zu sein.“

Deutsches Zentrum Mobilität der Zukunft: Neuaufstellung statt Einstellung des Projekts

Es fände demnach eine Neuaufstellung statt, eingestellt sei das Projekt nicht. Gleichwohl: „Da das Deutsche Zentrum Mobilität der Zukunft noch nicht gegründet ist, können die zunächst eingestellten Mittel in der ursprünglich vorgesehenen Höhe nicht abfließen. Im Sinne der bedarfsgerechten Veranschlagung ist daher eine Absenkung des Ansatzes beabsichtigt.“ Sprich: Weil das Zentrum noch nicht wirklich existiert, bekommt es auch nicht so viel Geld wie ursprünglich vorgesehen.

München: Zentrum Mobilität der Zukunft vor dem Aus? „Keine realistische Chance mehr“

Außerdem wird das Geld unter vielen Empfängern aufgeteilt. In den Erläuterungen des Haushalts ist weiter zu lesen, dass die Mittel zusätzlich für die Gründung des Hamburg Wireless Competence Center (HAWICC), für den Forschungscampus „Smart Rail Connectivity Campus (SRCC) in Annaberg-Buchholz, den Standort Karlsruhe als Zweigstelle des Deutschen Zentrums Mobilität der Zukunft sowie für den Rail Campus OWL in Minden verwendet werden. Wenig Geld für viele Abnehmer also.

Auch vor diesem Hintergrund gehen Eingeweihte nun davon aus, dass das Zentrum Mobilität der Zukunft keine Zukunft mehr hat: „Nach allem, was man aus dem Umfeld des Bundesverkehrsministers

hört, hat das Konzept keine realistische Chance mehr“, sagt ein Insider. (Georg Anastasiadis, Sascha Karowski)

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