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„Gab ein paar Turbulenzen“ - Aufreibende Freibad-Saison in München geht zu Ende: Brennpunkte im Fokus

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Von: Nina Bautz

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Moritz Helm (38) nutzt die letzte Gelegenheit noch voll aus, bevor die Münchner Freibäder jetzt ihre Saison beenden.
Moritz Helm (38) nutzt die letzte Gelegenheit noch voll aus, bevor die Münchner Freibäder jetzt ihre Saison beenden. © Markus Götzfried

Schluss und vorbei! Das Ende der Schulferien ist in München gleichzeitig auch das Finale der Freibad-Saison: Am 12. September öffnen die städtischen Freiluft-Becken zum letzten Mal für diese Saison ihre Tore.

München - Nur das Schyrenbad hat noch bis Ende des Monats offen, das Dantebad lädt am 16. September für den Hundebadetag. Für die Chefinnen der Münchner Bäder, Nicole Gargitter und Clara Kronberger, ist das ein guter Zeitpunkt, Bilanz zu ziehen. Zum Freibad-Saisonstart Anfang Mai waren die beiden voller Vorfreude auf einen Sommer ohne Corona-Beschränkungen. Jetzt, nach gut vier Monaten mit rund 953.000 Besuchern, zeigt sich im Rückblick ein recht unruhiger Bädersommer. Kaum war ein Problem behoben, kam das nächste um die Ecke. „Es war eine sehr erfreuliche Saison hinsichtlich der Besucherzahl – aber es gab auch ein paar Turbulenzen“, sagt Nicole Gargitter. Mit der tz analysiert sie die Brennpunkte – und sagt, wie es mit den Bädern weitergeht. Rechts und unten verraten uns außerdem hartgesottene Badegäste aus dem Ungererbad, warum sie trotz frischer Temperaturen und Regen noch im September ins Becken hüpfen.

München: Mangel an Saisonkräften machte Bädern zu schaffen

Personalknappheit: Gleich zu Beginn der Saison machte den Bädern der Mangel an Saisonkräften zu schaffen. Hallenbad-Angestellte mussten in Freibädern aushelfen, einzelne Becken in Hallenbädern waren gesperrt, Öffnungszeiten verkürzt. Zu den Pfingstferien waren schließlich fast alle Rettungsschwimmer-Posten besetzt.

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Naturbad Maria Einsiedel: Keim-Alarm, das Bad musste schließen! Wegen erhöhter Belastung des Wassers blieb das Bad ab Mitte Juli knapp einen Monat dicht. „Es gab Unterstellungen, dass wir wegen der Energiekrise oder Personalengpässen geschlossen hätten, aber es waren tatsächlich Verunreinigungen, die die strengen Richtwerte für Natürbäder überschritten haben“, so Gargitter. Wahrscheinlich habe ein Zusammenspiel aus großer Hitze, hohen Besucherzahlen und vielen Wildtieren wie Gänsen dazu geführt. Angestellte reinigten Becken und Ableitungen, führten vermehrt Frischwasser zu – und ein Jäger versuchte, mit seinem Hund die Wildtiere fernzuhalten. Es gibt für die Zukunft sogar Überlegungen zu einer ungewöhnlichen Maßnahme. Gargitter: „Wir denken darüber nach, Hunde und ihre Besitzer vor der Freibadsaison über das Gelände laufen zu lassen, um durch deren Duftmarken die Wildtiere vorsorglich zu vertreiben …“

Bäderchefin Nicole Gargitter.
Bäderchefin Nicole Gargitter. © A. Schmidhuber

Prinzregentenbad: Am 22. August um 6 Uhr morgens die Hiobsbotschaft: Inferno im Prinze! Der erste Stock brannte lichterloh, die Ursache wird derzeit noch von einem Gutachter ermittelt. „Die Schadenssumme beläuft sich vermutlich auf einen hohen sechs- oder sogar siebenstelligen Betrag“, sagt Bäderchefin Gargitter. Die Sauna sei komplett zerstört. Das Wichtigste sei aber, dass keine Personen zu Schaden gekommen seien. Da auch das Erdgeschoss in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist es fraglich, ob die Eislaufsaison dort heuer stattfinden kann. „Wir stehen – auch wegen der Energiekosten – in enger Abstimmung mit der Stadt. Hier wird voraussichtlich im Oktober eine Entscheidung fallen.“

Münchner Freibad-Vergnügen bis zum letzten Tag der Saison: „Ich koste es aus“

Schade, dass die Freibäder schon wieder schließen, da nutze ich die letzte Gelegenheit noch voll aus. Ich ­mache gern Sport – und deswegen gehe ich auch ein bis zwei Mal die Woche hier im Ungererbad schwimmen. Für den Winter ist das kühle Wetter eine Abhärtung: Das ist gut für das Immunsystem. Schwimmen ist außerdem mein Ausgleich für den Alltag. Moritz Helm (38), Programmierer, München

Viktor Kleinmann (70), ursprünglich Münchner, wohnhaft in Frankreich
Viktor Kleinmann (70), ursprünglich Münchner, wohnhaft in Frankreich. © Markus Götzfried

München: Neopren gegen Kälte im Freibad

Ich besuche gerade wieder einmal München. Da ist ein Besuch im Ungererbad ein Muss: Das mache ich jedes Mal, wenn ich in die Stadt komme. Ich bin schon immer auch bei schlechtem Wetter ins Freibad gekommen – ­diesmal allerdings mit Neoprenanzug. Ich gehe grundsätzlich so oft wie möglich zum Schwimmen, mag aber auch Joggen oder Radlfahren. Viktor Kleinmann (70), ursprünglich Münchner, wohnhaft in Frankreich

Heidi Weigl (69), Rentnerin, München
Heidi Weigl (69), Rentnerin, München. © Markus Götzfried

München: „Bei diesem Wetter kommen nur die richtigen Schwimmer“

Ich bin jeden Tag hier im Ungererbad. Damit halte ich mich fit. Bei diesem Wetter lernt man auch andere kennen, denn dann kommen nur die richtigen Schwimmer. Normalerweise würde ich gerne noch weiter ins Schyrenbad gehen, aber das soll nun nicht mehr beheizt werden. Das muss ich mir dann erst anschauen, ob’s nicht doch etwas zu kühl ist. Im Winter gehe ich immer ins Müller’sche Volksbad. Heidi Weigl (69), Rentnerin, München

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