Herrmann wagt keine Prognose

Zweite Stammstrecke: Langsam läuft die Zeit davon

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Der Zeitplan für den 2. S-Bahntunnel ist eng gestrickt. Geht es nächstes Jahr nicht los, reicht das bewilligte Geld nicht mehr aus.

München - Kommt sie – oder kommt sie nicht? Der 2. Stammstrecke droht die Zeit davonzulaufen.

Das Budget, das Bund, Freistaat, Stadt und Bahn bislang für den Bau des zweiten Tunnels zur Verfügung gestellt hatten, geht von einer Inbetriebnahme von 2019 aus. Ob das noch einzuhalten ist, bezweifeln selbst Mitarbeiter der Bahn.

Derzeit geht die Bahn schon von einer Inbetriebnahme im Jahr 2020 aus. Voraussetzung dafür wäre aber, dass noch heuer vorbereitenden Baumaßnahmen begonnen wird. So müssten etwa am Marienhof die Leitungen im Boden umgelegt werden. Eigentlicher Baubeginn wäre dann nächstes Jahr.

Doch von den drei Bauabschnitten wurde bislang nur der mittlere am Marienhof genehmigt. Die Unterlagen für den westlichen Abschnitt am Hauptbahnhof hat die Regierung von Oberbayern gerade erst an das Eisenbahnbundesamt (EBA) weitergeleitet, die Unterlagen für den Abschnitt Ost sollen bis Ende Mai folgen. Nach Prüfung der Unterlagen erlässt das EBA den Planfeststellungsbeschluss – das ist die Baugenehmigung. Die kann wiederum beklagt werden, wovon auszugehen ist. Außerdem wird das EBA Auflagen erlassen, die das Projekt verteuern.

„Daher können wir derzeit keine verbindlichen Prognosen zum Baubeginn machen“, so Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zur tz. Herrmann weiter: „Ich hoffe aber für die Zukunftsfähigkeit des Münchner S-Bahnsystems, dass wir noch in 2015 mit dem Bau beginnen können.“ Die Kosten für die zweite Stammstrecke wurden laut Herrmann von der Bahn auf Grundlage einer Inbetriebnahme 2019 mit 2,047 Milliarden Euro angegeben. „Ferner ist ein Risikobudget von 500 Millionen Euro vorgesehen.“ Eine von ihm bei der Obersten Baubehörde eingerichtete Expertengruppe habe die Zahlen der Bahn bestätigt. Die von der Bahn „für interne Zwecke“ ermittelte Zahl von 2,57 Milliarden Euro habe laut Herrmann „nichts mit tatsächlichen Kostensteigerungen zu tun“.

Dabei seien die Preissteigerungen bei einer späteren Inbetriebnahme berücksichtigt worden. Herrmann: „Für eine endgültige Finanzierungsentscheidung des Freistaats warten wir aber eine abschließende Kostenermittlung auf der Basis der im Laufe des Jahres 2014 erwarteten Planfeststellungsbeschlüsse und erster Ausschreibungsergebnisse der Hauptbaumaßnahmen ab.“

J. Welte

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