Münchens Christbaum schmückt jetzt eine Hochzeit

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Maria und Christian Zech vor ihrem Hochzeitsbaum

München - Im wahrsten Sinne des Wortes eine Riesenüberraschung. 21 Meter hoch, weiß-blau gestreift, ganz oben baumelt ein Kranz. Feldmoching ist um eine Attraktion reicher.

Und das Brautpaar Maria (30, Lehrerin) und Christian (34, Landwirt) Zech, die Ende kirchlich Mai heiraten, sind überwältigt. „Das ist gigantisch“, freute sich der Bräutigam über die Überraschung, die ihnen sein Bruder Martin Zech (35, Steuerberater) und fünf Freunde von den Feldmochinger Trachtlern zum Polterabend machten. Auch weil der Baum, der jetzt vor dem Zehentmair-Hof steht, nicht irgendein Baum ist – sondern der ehemalige Christbaum vom Marienplatz!

Der Feldmochinger Hochzeitsraum schmückte im vergangenen Advent den Münchner Christkindlmarkt. Die 160 Jahre alte Fichte stammt aus Garmisch-Partenkirchen und wurde dort im Herbst im Hasental gefällt. Nach dem glitzernden Auftritt vor dem Münchner Rathaus kamen am ­6. Januar um 7 Uhr fünf Mitglieder vom Feldmochinger Trachtenverein — mit Sondergenehmigung und Polizeibegleitung, um überhaupt in der Fußgängerzone einen Schwertransport zu starten. Sie luden die Fichte auf einen Tieflader. Von dort ging es in eine Halle in Allach.

Dort entdeckten die Langwieder Maibaumfreunde den Stamm, hielten ihn für einen Maibaum und klauten ihn! „Bei dem weißblau Anstrich ein ­naheliegender Verdacht“, gibt Martin Zech zu. Als Auslöse lud man die Langwieder „nach schwierigen Verhandlungen“ zum Polterabend ein.

Mit dem Baum kommt auf das glückliche Paar auch eine große Aufgabe zu. Die Tradition sieht nämlich vor: Binnen Jahresfrist müssen sie ein Kind bekommen. „Es muss geboren sein, schwanger allein reicht nicht“, erklärt Christian Zech den bayerischen Brauch des Hochzeitsbaums. Andernfalls muss der Bräutigam den Baum selbst umlegen und eine Brotzeit ausgeben.

„Da richte ich mich schon drauf ein“, sagte er zur tz. „Das mit dem Kind werden wir wohl so schnell nicht schaffen.“ Deshalb mache er sich jetzt schon Gedanken, wie er den Baum später umlegen kann. „Aber da wird sich eine Lösung finden, schließlich hab ich jetzt ein Jahr Zeit zum Überlegen“, sagte er schmunzelnd.

Die exakte Höhe von 21 Metern und zwei Zentimetern ist notariell bestätigt – wahrscheinlich der höchste Hochzeitsbaum, den es im Münchner Raum je gegeben hat. Am untersten Querbalken flattern ­Babyklamotten, darüber hängt ein Kinderwagen. Auf den Schildern ­stehen die Vornamen der Brautleute, ­ihre Berufe sowie der Ort und die Region, aus der sie stammen, nämlich Feldmoching und Mimbach in der Oberpfalz. „Gigantisch“, freut sich der Bräutigam, „ein Zeichen wahrer Freundschaft.“

S. Sasse

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