Appell an den Stadtrat 

Münchens Corona-Sparkurs: Wohlfahrtsverbände warnen vor Kürzungen

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Die Innere Mission gehört zur ARGE der Wohlfahrtsverbände. 

Angesichts des drohenden städtischen Sparkurses warnen Münchens Wohlfahrtsverbände davor, im Sozialbereich Ausgaben zu kürzen. „Wenn die Stadt jetzt am falschen Ende den Rotstift ansetzt, wird sich das langfristig in Mehrausgaben niederschlagen“, sagt ARGE-Sprecherin Andrea Betz.

Zu der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege München gehören die Arbeiterwohlfahrt, das Bayerische Rote Kreuz, die Caritas, die Diakonie, die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern sowie der Paritätische Wohlfahrtsverband.

Wie berichtet, geht die Stadt aufgrund der Corona-Pandemie von Einnahmeeinbußen von mindestens 700 Millionen Euro aus. Kämmerer Christoph Frey (SPD) wird der Vollversammlung am Mittwoch einen ersten Sparkurs präsentieren.

Laut Betz seien sich alle Geschäftsführungen einig, dass nach der Corona-Krise im sozialen Bereich investiert werden muss. Die Zahl der Münchner, die aufgrund der Corona-Krise in existenzielle Not geraten sind, in Armut leben und von Wohnungslosigkeit bedroht sind, sei gestiegen. Die Isolation und Einsamkeit, aufgrund der Ausgangsbeschränkungen habe für viele ältere, alleinstehende und kranke Menschen schwerwiegende Auswirkungen auf ihre Gesundheit. Tausende Menschen haben ihren Arbeitsplatz verloren.

Betz berichtete von einer Kita der Inneren Mission, bei der der Vater einer Familie mit drei Kindern von heute auf morgen arbeitslos wurde. „Da kommen soziale Probleme auf uns zu, deren Dimensionen sich derzeit noch gar nicht abschätzen lassen.“

Damit München eine soziale Stadt bleibe, der sich alle Menschen zugehörig fühlen, müsse gerade in den sozialen Bereich investiert werden. Betz: „Da geht es auch darum, unseren sozialen Frieden zu sichern.“ Viele Menschen bräuchten nach der Krise mehr denn je soziale Unterstützung, Betreuung und Begleitung. Zudem werde der Unterstützungsbedarf für Kinder, Jugendliche und Familien steigen: „Es wird lange dauern, bis die Bildungsdefizite bei Kinder und Jugendlichen aufgeholt sind, die während der langen Schulschließungen wenig Unterstützung bekommen haben.“

Den Verbänden sei durchaus klar, dass die Stadt kein Geld ausgeben kann, das sie nicht hat. Dennoch müsse vor allem in die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ausreichend investiert werden. Die bisherigen Erfolge in diesem Bereich seien „zu gering, als dass hier schon eine Kehrtwende eingeläutet werden kann“. Im neuen Koalitionsvertrag seien dazu konkrete Vereinbarungen festgelegt, die trotz Einnahmerückgangs auch umgesetzt werden müssten. Erfreulich sei, dass in dem ersten Sparpaket, das der Kämmerer dem Stadtrat am Mittwoch präsentieren will, noch keine Kürzungen im sozialen Bereich zu erkennen sind. Betz: „Wir vertrauen darauf, dass die grün-rote Stadtratsmehrheit daran auch in Zukunft nichts ändert.“

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