Das ist Münchens dreistester Betrüger

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Robert R. saß schon viele Jahre im Knast

München - Robert R. (58) ist unscheinbar, hat aber ungeahnte Qualitäten: Er spielt seine Rolle als Mann von Welt derart geschickt, dass selbst die gewieftesten Geschäftsleute auf ihn hereinfallen.

Er ist klein, dicklich, seine auffälligsten äußeren Merkmale sind Glatze und Doppelkinn. Aber Robert R. (58) hat aber ungeahnte Qualitäten: Er spielt seine Rolle als Mann von Welt derart geschickt, dass selbst die gewieftesten Geschäftsleute auf ihn hereinfallen. Robert R. ist Betrüger. Das bringt ihn zwar oft in den Knast. Aber kaum kommt er in Freiheit, macht er weiter wie gewohnt. 62 unglaublich dreiste Betrügereien wirft die Staatsanwaltschaft ihm jetzt wieder vor.

Von 2003 bis April 2008 war der Betrüger wieder mal im Knast gesessen. Kaum in Freiheit, spielte der mittellose Ganove wieder den vermögenden Geschäftsmann, der damit prahlte, 80 Millionen Euro zu besitzen. Diese Rolle spielte er überzeugend. Und jetzt seine dreistesten Taten:

  • Noch im April 2008 schloss er Kaufverträge für vier Porsche 911 für fast eine halbe Millionen Euro ab. Die Flitzer bekam er mangels Zahlungseingang zwar nicht in seinen Besitz, aber das Porsche Zentrum München lieh ihm einen der Nobel-Hobel. Damit spielte er bei weiteren Betrügereien den Großkotz.
  • Mit derselben Masche kam er später an teure Audi, BMW, Mercedes und Jaguar.
  • Den Geschäftsmann Harald P. wickelte der Betrüger derart ein, dass dieser sich bereit erklärte, mit ihm eine Firma zu gründen. Harald P. zahlte ihm ein Büro samt Einrichtung, finanzierte seinen Lebensunterhalt mit über 70 000 Euro! Der Betrogene ist finanziell ruiniert.
  • Robert R. schloss serienweise Kaufverträge für Eigentumswohnungen ab. Ihm kam es dabei nur auf den Schlüssel an, um wie eine Made im Speck in der Wohnung kostenlos leben zu können. In einem Fall ließ er gleich einen Maler anrücken und bestellte Möbel für 20 000 Euro. Natürlich wurde keine einzige Rechnung bezahlt.
  • In der Klinik „Villa Bella“ ließ er sich das Gesicht verschönern und Fett absaugen. 10 500 Euro hätte das gekostet.
  • Die Betroffenen hielt er mit Ausreden hin. Reichte das nicht, legte er gefälschte Belege vor. Oder er „schenkte“ zur Beruhigung einen Urlaub in einer Ferienwohnung am Gardasee – die es nicht gab. Der Schaden beläuft sich auf 287 00 Euro, der Gefährdungssschaden auf über vier Millionen. Robert R. schweigt. Der Prozess wird lange dauern.

Eberhard Unfried

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