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Münchens fairster Vermieter: Das Finanzamt machte Druck, weil er angeblich zu wenig verlangte

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Von: Andreas Thieme

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Wolfgang Donhärl ist Vermieter in der Au
Wolfgang Donhärl ist Vermieter in der Au. © Marcus Schlaf

Sogar vor Gericht ging der Streit von Wolfgang Donhärl (55) schon. Das Finanzamt wirft ihm vor, seine 13 Wohnungen in der Au zu günstig zu vermieten.

München - Der eigene Tod: Wer beschäftigt sich damit schon gerne? Doch seinen Nachlass zu regeln, ist eine der wichtigsten Aufgaben im Leben – sonst droht Chaos bei den Hinterbliebenen, die sich um Geld oder Grundstück streiten. In anderen Fällen ist die Familie einig, doch das Finanzamt will seinen Anteil – im Form der Erbschaftsteuer. Die beträgt in München* oft Millionen und stellt Immobilienbesitzer vor immer größere Probleme. So wie bei Wolfgang Donhärl (55) aus der Au*.

Er ist Münchens fairster Vermieter - und hat in der Au ein Paradies für Mieter geschaffen: In seinen 13 Wohnungen verlangt Donhärl noch Preise, die teils weit unterhalb des Mietspiegels liegen. „Mir ist es wichtig, dass die Mieter gut leben können“, sagt Donhärl. Doch ob er die Preise in der Aurbacherstraße wird halten können und auch sein Haus: Das ist offen. Entscheidend ist hier die Berechnung der Schenkungsteuer, um die Donhärl mit dem Finanzamt streitet.

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München: Wolfgang Donhärl verlangt noch Preise unter dem Mietspiegel - dem Finanzamt passt das nicht

Am Bayerischen Finanzgericht kam es zum Vergleich, laut dem das Amt nur 20 Prozent unter dem Münchner Mietspiegel für Vergleichsmieten ansetzen darf – statt des Durchschnittspreises. Will Donhärl sein Mietshaus einmal auf seine Kinder übertragen, würde sie das derzeit rund eine Million Euro kosten. Tendenz stark steigend! So üppig schlägt die Steuer bei Münchner Immobilien zu Buche.

Um das Haus in der Aurbacherstraße dreht sich der Streit mit dem Münchner Finanzamt
Um das Haus in der Aurbacherstraße dreht sich der Streit mit dem Münchner Finanzamt © Marcus Schlaf

Mit den Mieten ist das kaum aufzufangen: „Wir mussten leider zweimal erhöhen, sonst ist es nicht zu finanzieren“, sagt Donhärl. „Aber wir haben nicht vor zu verkaufen.“ Er und seine Schwester haben das 120 Jahre alte Haus von der Mutter geerbt und leben darin. Beide ärgert, dass es dem Finanzamt „wurscht ist, ob die Wohnungen vermietet sind oder nicht“. Denn die Steuer berechnet vor allem den Grundbesitz. „Die Mieten besteuern und den Verkauf nur, wenn er stattfindet“, lautet Donhärls Vorschlag. So könnte die Familie langfristig im Besitz bleiben und weiterhin günstig in München vermieten. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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