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Münchens neuer Finanzchef: Wofür er unser Geld ausgibt

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Von: Sascha Karowski

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Münchens Finanzchef heißt seit dem 1. November 2018 Christoph Frey (42).
Münchens Finanzchef heißt seit dem 1. November 2018 Christoph Frey (42). © dpa / Matthias Balk/ Reinhard Kurzendoerfer

Münchens Finanzchef heißt seit dem 1. November 2018 Christoph Frey (42). Nun präsentiert der neue Kämmerer den Finanzhaushalt für 2019 vor. München steht gut da, doch wohin geht das Geld?

München -  Der Haushaltsentwurf für 2019 steht an, am 27. November wird der 42-Jährige ihn in den Stadtrat einbringen. Frey war seit 2012 Geschäftsführer der AWO München-Stadt, einem der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege in München. Zuvor war der 42-Jährige DGB-Vorsitzender an der Isar. Von Dezember 2013 bis April 2014 gehörte Frey bereits einmal kurzzeitig dem Stadtrat an. Der neue Kämmerer – und wofür er unser Geld ausgibt.

Das macht Münchens neuer Finanzchef anders

Ernst Wolowicz (65, SPD) war bekannt dafür, seine Haushaltsreden mit Sprichwörtern aus dem Lateinischen zu garnieren. Eine tote Sprache zu trockenen Zahlen, mag so mancher unken. Doch die Haushaltsreden des Kämmerers genossen in Kennerkreisen so etwas wie Kultstatus. Bekanntlich ist Ernst Wolowicz seit Ende Oktober im Ruhestand. Und der Neue macht vieles anders. 

Die Verpflichtung, lateinische Sprichwörter in Haushaltsreden einzubauen, so lässt Christoph Frey (SPD) gestern verlauten, sei nicht in seinem Anstellungsvertrag verankert. Auch nicht im Kleingedruckten, sagt der 42-Jährige und lacht. Für gute Laune besteht derweil auch Grund, denn die Finanzsituation der Stadt ist komfortabel. Noch. Denn die Einnahmen gehen, zumindest leicht, zurück, die Ausgaben steigen. Neue Schulden sind derzeit aber nicht geplant.

So viel nimmt die Stadt München ein

Insgesamt umfasst der Haushalt der Stadt Einnahmen von 7,2 Milliarden Euro, Löwenanteil sind die Einnahmen aus der Gewerbesteuer von rekordverdächtigen 2,74 Milliarden Euro. Die Ausgaben belaufen sich auf rund 6,7 Milliarden Euro, davon gehen allein 4,9 Milliarden an die Referate für Soziales, Bildung und Sport.

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Schulbauoffensive: 428 Millionen Euro. © Oliver Bodmer

Die Kämmerei kalkuliert mit Investitionen von rund 1,565 Milliarden Euro, darunter sind allein 428 Millionen für die Schulbauoffensive und den Ausbau von Kindertageseinrichtungen. 

Geothermie
Stadtwerke München: 78 Millionen Euro. © Philipp Guelland / Philipp Guelland

Der Bildungscampus Freiham bilanziert beispielsweise mit 58 Millionen Euro, der Sportpark dort mit 23 Millionen, die Bayernkaserne mit 18,5 Millionen Euro. 

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Bildungscampus Freiham: 58 Millionen Euro. © Oliver Bodmer

Die Gebührensenkungen bei der Kinderbetreuung schlagen ab September 2019 erstmals mit 16 Millionen, ab 2020 dann mit 45 Millionen zu Buche.

Kita-Gebühren
Kita-Gebühren: 16 Millionen Euro. © dpa / Julian Stratenschulte

Weitere 243 Millionen fließen in den Wohnungsbau, 95 Millionen in die Verkehrsinfrastruktur, 78 Millionen in die Stadtwerke München. Das geht zulasten der Rücklagen.

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Verkehrsinfrastruktur: 95 Millionen Euro. © Reinhard Kurzendoerfer

Der Finanzmittelbestand beträgt noch etwa eine Milliarde Euro. Er wird sich um voraussichtlich 412 Millionen Euro verringern.

Gewofag in Freiham Nord
Wohnungsbau: 243 Millionen Euro. © Gewofag

Sascha Karowski

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