Ihm wurden Bikes für 120 000 Euro gestohlen

Münchens größter Radlklau: Täter gefasst

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Erik Schmauss vom Bianchi-Store strahlt erleichtert: Der Ganove, der den Radlladen in der Nymphenburger Straße ausgeräumt hat, ist geschnappt

München - Der Polizei ist ein besonders dreister Radl-Dieb ins Netz gegangen: Der 31-Jährige räumte einen kompletten Fahrradladen mit Bikes im Wert von 120 000 Euro aus. Wie die Beamten ihm auf die Schliche kamen:

Spuren brachialer Gewalt: Der Einbrecher hatte eine Seitentür des Radlgeschäfts aufgebrochen.

In der Radl-Hauptstadt München sind sie gefürchteter als der schlimmste Wolkenbruch mit Blitz und Hagel: Egal ob Mountainbike, Rennmaschine oder Rostlaube - vor den Radl-Dieben ist kein Gefährt sicher, nicht mal in abgesperrten Kellerabteilen. Jetzt ist der Münchner Polizei ein besonders dreister Ganove ins Netz gegangen. Der 31-jährige Serbe hatte seelenruhig einen kompletten Radlladen ausgeräumt - mitten auf der € geschäftigen Nymphenburger Straße in Neuhausen. Als er die Beute im Wert von rund 120 000 Euro in einer nahen Wohnanlage zwischenlagern wollte, erwischten ihn die Beamten. Die Handschellen klickten bereits am 17. September - eine knappe Woche nach dem Einbruch.

Die Polizei bestätigte die Festnahme zwar, möchte den aufsehenerregenden Fall aber am liebsten noch unter der Decke halten. Sprecher Wolfgang Behr: „Über Einzelheiten aus dem Ermittlungsverfahren können wir derzeit noch keine weiteren Auskünfte erteilen.“ Nach tz-Informationen schlugen die Beamten gegen 20 Uhr zu. Diesen Erfolg haben sie allerdings nicht ihren Ermittlungen zu verdanken, sondern einem anonymen Anrufer. Der berichtete, dass in der Funkerstraße 12 Diebesgut verräumt werde. Der Tipp war Gold wert.

"Keiner kriegt's mit"

Beim Verräumen des Diebesgutes in dieser Wohnanlage in der Funkerstraße (oben) ging der 31-jährige Serbe der Polizei ins Netz.

Bei dem Coup muss der Ganove offenbar mit Nerven aus Stahl zu Werke gegangen sein. In dem Geschäft der italienischen Kult-Radl-Marke Bianchi (für das Profi-Team fuhr sogar der deutsche Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich) brach der Täter eine gut gesicherte Seitentür aus Stahl auf - in Sichtweite zum Gehweg. Dann ließ er über 30 Radl, fünf verpackte Rahmen und mehr als 100 Bekleidungs- und Ausrüstungsteile mitgehen. „Wir haben sauber drein g’schaut, als wir morgens im leeren Geschäft gestanden sind“, berichtet Erik Schmauss vom Bianchi-Store der tz. „Wir dachten uns: Das gibt’sdoch gar nicht: Jemand räumt ausgerechnet auf der Nymphenburger Straße unseren ganzen Laden aus - und keiner kriegt’s mit.“ Jetzt wartet -Schmauss nicht nur darauf, dass er seine Radl wieder kriegt - sie waren zur Ermittlung noch bei der Polizei -, sondern auch auf die Ermittlungsergebnisse der Polizei. Denn er fragt sich: Wie hat der 31-jährige Täter das Diebesgut abtransportiert? Und hatte er Komplizen, die noch nicht geschnappt worden sind?

Andreas Beez

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