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Münchens Kampfansage an den Müll: Jeder ist gefordert!

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Von: Nadja Hoffmann

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Gemeinsamer Weg: OB Dieter Reiter und Kommunalreferentin Kristina Frank.
Gemeinsamer Weg: OB Dieter Reiter und Kommunalreferentin Kristina Frank. © Marcus Schlaf

Weniger Müll, besser getrennt und dadurch nachhaltig recycelt: Bis 2035 will München seine Abfallbilanz verbessern. Für die „Zero-Waste“-Strategie sollen 1,8 Millionen Euro ausgegeben werden. Am Donnerstag fällt die erste Entscheidung.

„Der beste Müll ist derjenige, der gar nicht erst entsteht:“ Auch wenn Dieter Reiter (SPD) mit diesem Credo recht hat, weiß unser OB natürlich, dass es eine Großstadt ohne Unrat nicht gibt. Aber die Abfallberge sollen kleiner werden – das sieht die neue „Zero Waste“-Strategie Münchens bis zum Jahr 2035 vor. Ziel: Kampf der Ressourcenverschwendung! Am Donnerstag stimmt als erstes der Kommunalausschuss über den Fahrplan ab, den Reiter zusammen mit AWM-Werkleiterin und Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) vorgestellt hat. Hintergrund: mit 720 000 Tonnen Siedlungsabfällen pro Jahr, davon 43 Prozent Restmüll, liegt München über dem Durchschnitt anderer deutscher Städte. „Das ist etwas, was wir ändern müssen“, erklärt Reiter. 2019 hatte er die Verwaltung aufgefordert, ein „Zero Waste“-Konzept zu entwicken. Eine Aufgabe, die 2020 an den Abfallwirtschaftsbetrieb ging. Zwei Jahre später liegt ein Paket mit insgesamt 100 konkreten Maßnahmen vor.

1,8 Millionen Euro für ein großes Maßnahmenpaket

Dafür sollen von der Stadt in den nächsten Jahren 1,8 Millionen Euro bereitgestellt werden. Die Koordination liegt bei einer neuen „Zero-Waste“-Fachstelle mit bis zu sieben Stellenposten. „Wir brauchen aber alle im Boot“, unterstrich Frank: Bürger, Schulen, Unternehmen, der Bausektor und die Verwaltung selbst sollen natürlich beteiligen. Bei der Aufgabe könne jeder einzelne seinen Beitrag leisten. Und dafür sorgen, dass Müll besser getrennt wird: Das sei wichtig, um so genannte Fehlwurf-Quoten zu verändern.

Jeder Bürger kann seinen Beitrag leisten

Zu den Zielen bis 2035 gehört unter anderem die Reduzierung der Haushaltsabfälle um 15 Prozent pro Kopf, was 56 Kilo pro Jahr entspricht. Der Bioanteil im Restmüll soll um 20 Prozent weniger werden, die Recyclingquote auf 60 Prozent rauf. Parallel dazu wird drei Jahre lang die gelbe Tonne in der Stadt auf Probe eingeführt. Reiter sprach sich zudem dafür aus, die Unverpackt-Läden, bei denen gerade die Aktion „Plastikfreier Juli“ läuft, zu unterstützen (siehe unten).

Kritik von der Grünen-Stadtratsfraktion

Aus seiner SPD/Volt-Fraktion war der Antrag für das Thema gekommen. Entsprechend froh zeigte sich Kathrin Abele, Sprecherin im Kommunalausschuss, dass er nun umgesetzt wird. „Mit dem Konzept kommen wir einen entscheidenden Schritt weiter auf dem Weg zur Zero Waste City. Wenn wir diese Ziele und Maßnahmen konsequent verfolgen, können wir einen großen Beitrag dazu leisten, dass München eine klimaneutrale Kommune wird.“ Die Rathaus-Koalitionspartner der Grünen übten gestern jedoch Kritik an dem Konzept. Es bleibe, wie die Stadträte Christian Smolka und Julia Post betonten, „in einigen Fragen hinter den Erfordernissen einer Kreislaufwirtschaft zurück – etwa bei der Sammlung und Verwertung von Elektroschrott und von Biomüll“. Die angestrebten Erfassungsquoten seinen „bei weitem nicht ausreichend“. Nachbesserung: „dringend erwünscht“!

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