Das ist Münchens kleinstes Museum

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Wirtin Sophia Pankow (36) blickt aus ihrem Mini-Museum – vorm Eingang gibt’s Infos zur Ausstellung

München - Auf diesem Foto sehen Sie Münchens kleinstes Museum. Es steht in der Kneipe Frida (Steinheilstraße) und umfasst übersichtliche zwei Quadratmeter.

Der Name der Kneipe hat einen kulturellen Hintergrund: Er steht für Frida Kahlo, jene feministische Kultfigur und Künstlerin, die durch Salma Hayeks oscarprämierte Kinorolle weltberühmt wurde. Und eben jener Frida ist noch bis Ende dieses Monats die jüngste Ausstellung in Münchens Mini-Museum gewidmet.
Explizit ins Kneipen-Museum, sagt Wirtin Sophia Pankow (36), kommt natürlich kaum jemand. „Aber viele Stammgäste äußern sich dazu, und viele Gäste bleiben stehen, lesen die Texte an der Tür und schauen sich das Bild und die Blumen an.“

Das Frida-Porträt hat die Münchner Künstlerin Irene Fastner gemalt, die Blumen – aus Plastikflaschen geschnitten – stammen von Katrin Siebeck. Letztere war auch daran beteiligt, dass das Bretterhäusl sich in einen Hort der Kunst verwandelte. Dazu am Schluss mehr.

Bisher gab’s etwa die Skulptur Future Vision, die das Modell einer Stadt im Weltraum zeigt, auf der Menschen in der Zukunft wohnen könnten. Oder eine Dekontaminationskammer nach der Fukushima-Katastrophe.

Jedes Monatsende wechselt die Schau, die Künstler treffen sich jeden letzten Mittwoch des Monats ab 19.30 Uhr im Frida am Stammtisch. Sie sind für alle Gespräche offen.

Übrigens: Kahlo, die provokante Raucherin, hätte die Geschichte des Museums gefreut. Bis das absolute Rauchverbot durchgesetzt war, diente die Kammer – als Raucherstüberl.

„Frida“, Steinheilstraße 10, Tel. 127 664 98, geöffnet Mo bis Sa 18 – 1 Uhr.

Matthias Bieber

tz-Stichwort Frida Kahlo

Die Malerin Frida Kahlo de Rivera (* 6. Juli 1907 in Coyoacán, Mexiko-Stadt, † 13. Juli 1954 in Mexiko-Stadt) zählt zu den bedeutendsten Vertreterinnen des Surrealismus. Sie bezog sich in ihren Werken oft auf die frühe Kunst Mexikos – der Azteken und Maya – aber auch auf die europäische Kunstgeschichte und auf soziale und politische Probleme. Ihre Bedeutung als Künstlerin gewann sie vor allem in der Aufarbeitung ihres Leidens in ihren Bildern: Als sie 18 Jahre alt war, bohrte sich bei einem Busunglück eine Stahlstange durch ihr Becken. Von Frida Kahlos 143 Bildern sind 55 Selbstbildnisse.

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