Münchens lahmster Bau

Sozialwohnungen und Kita 5 Jahre verzögert

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Seit Jahren gammelt dieser Rohbau vor sich hin, hier sollten Sozialwohnungen und eine Kita entstehen.

München - Die Bürger in Ramersdorf sind sauer: Seit fast fünf Jahren verzögert sich die Fertigstellung eines vom Sozialreferat geplanten Hauses mit Wohnungen und Kita-Plätzen.

Kinderbetreuungsplätze und bezahlbarer Wohnraum sind in München Mangelware. ­Umso ärgerlicher ist es, dass sich die Fertigstellung eines vom Sozialreferat geplanten Hauses mit 19 geförderten Wohnungen und 87 Kindergarten- und Krippenplätzen seit mittlerweile fast fünf Jahren verzögert. Der Bauträger, an den die Stadt das Grundstück verkauft hatte, hat sich mit dem Projekt überhoben.

Es ist ein trauriger Anblick, über den sich die Ramersdorfer schon seit mehr als drei Jahren beschweren: Gegenüber vom Gartencenter gammelt ein unverputzter Rohbau vor sich hin. Dort sollen im Rahmen des kommunalen Wohnbauprogrammes 19 geförderte Wohnungen entstehen, in denen das Sozialreferat Familien unterbringt, die auf dem freien Wohnungsmarkt keine Chance haben. Wohnfläche: 3300 Quadratmeter. Außerdem soll im Garten eine Tagesstätte für drei Kindergartengruppen mit 75 Plätzen und zwei Krippengruppen mit zwölf Plätzen entstehen.

Stillstand auf der Baustelle seit 2009

Die Stadt hatte das Grundstück an einen privaten Bauträger verkauft, der das Projekt in ihrem Auftrag bis Sommer 2008 fertigstellen sollte. Doch im Herbst 2009 war die Baustelle noch immer im Rohbau und verwaist, Anwohner beschweren sich wegen der Baustelle und des Fehlens eines Bauzauns.

Der Baustillstand sei die Folge finanzieller Probleme beim Bauträger, hieß es dann im Februar 2010 im Kommunalreferat, als die Baustelle immer noch ruhte. „Wir sind jedoch an einer schnellstmöglichen Lösung interessiert“, erklärte damals Pressesprecherin Silke Pesik. Man wollte den Kauf des Grundstückes rückabwickeln. Im Frühjahr 2010 ermächtigte der Stadtrat das Kommunalreferat, den Grundstückskauf rückgängig zu machen.

Doch dazu kam es nicht. Im Januar 2011 hieß es, dass es bald mit dem Bau weiter gehen würde, der Bauherr hatte nach Verhandlungen mit dem Kommunalreferat einen neuen Projektpartner gefunden.

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Doch mittlerweile ist wieder ein Jahr ins Land gegangen, der Rohbau steht immer noch unvollendet da. „Der Bauherr hatte sich überhoben“, sagt Silke Pesik dieses Mal. Man habe den Grundstückskauf rück abgewickelt. „Der Rückkauf muss nur noch im Grundbuch eingetragen werden.“ Dies soll bald geschehen, und noch dieses Jahr könnte der Bau fortgesetzt werden. Falls es bis Sommer klappen würde, wären die 19 Sozialwohnungen und die 87 Kinderbetreuungsplätze mit fünf Jahren Verspätung endlich fertiggestellt.

Wieso aber die Stadt einen Bauträger wählte, der das Projekt nicht stemmen konnte? Laut Sozialreferat habe es eine öffentliche Ausschreibung gegeben, aus der der Investor als Sieger hervorgegangen sei.

Johannes Welte

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