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Conrad Mayers Vertrag läuft aus - Was wird aus dem Personal?

Münchens oberster Hotelier muss raus 

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Muss nach 15 Jahren sein Hotel schließen, weil der Pachtvertrag ausläuft: Conrad Mayer.

Seit 15 Jahren betreibt Münchens Dehoga-Chef Conrad Mayer sein Conrad-Hotel de Ville in der Schillerstraße, zuvor führte seine Familie 60 Jahre lang das Intercity-Hotel am Hauptbahnhof. Nun ereilt Mayer das gleiche Schicksal wie einst am Bahnhof: Der Pachtvertrag endet, er muss raus. Unstimmigkeiten gibt es mit den neuen Betreibern des Hotels bezüglich der Übernahme von Mitarbeitern.

Er ist nach ihm benannt – und wird nur noch bis zum Jahresende existieren: Der Pachtvertrag für Conrad Mayers (59) „Conrad-Hotel de Ville“ in der Schillerstraße endet zum 31. Dezember. „Die Eigentümerfamilie will selbst ein Hotel hier betreiben, was auch ihr Recht ist“, sagt der München-Chef des Hotel- und Gaststättenverbandes „Dehoga“. „Mich ärgert es nur, dass sie die Mitarbeiter nicht übernehmen will.“

Rechtlich gesehen handle es sich um einen Betriebsübergang nach Paragraf 613a des BGB. Und dabei müssten die Arbeitsverhältnisse automatisch vom neuen Betreiber übernommen werden. Das bestätigt ein Dehoga-Verbandsjurist: „Der neue Betreiber muss die Mitarbeiter mit allen Rechten und Pflichten übernehmen.“

Es geht um rund 25 Angestellte. „Es gibt langjährige Mitarbeiter hier, da kann ich mir gar nicht vorstellen, wie es ohne sie sein wird“, sagt Mayer. Neue Betreiberin des Hotels wird Anita Wandinger (28) sein. Ab Januar werde umgebaut, die Eröffnung des „AWA-Hotels“ sei im März geplant, sagt sie. Und: Es stimme nicht, dass sie die Mitarbeiter nicht übernehmen wolle. „Ich habe mit Herrn Mayer und auch mit Mitarbeitern von ihm Kontakt aufgenommen: Ich würde mich gerne unterhalten.“ Mayer wiederum sagt, die neue Betreiberin habe nur einige Mitarbeiter ausgewählt, mit denen sie sprechen wolle. „Das geht aber nicht, es müssen alle Mitarbeiter übernommen werden – zu den jetzigen Konditionen.“

Das Conrad-Hotel hat 89 Zimmer. Die Eigentümer des Hauses wollen es unter neuem Namen ab März selbst betreiben.

Mayer kennt diese Situation: Mehr als 60 Jahre lang hatte seine Familie das Intercity-Hotel am Hauptbahnhof betrieben, als 2003 der Pachtvertrag auslief. Auch hier wollte der neue Pächter laut Mayer zunächst keine der 100 Mitarbeiter übernehmen: „Wir haben gekämpft, und schlussendlich hat er die Mitarbeiter übernommen.“

Mayer hatte damals Glück, fand in der Schillerstraße ein neues Hotel, das er mit seiner Frau Mira (53) übernahm. So mancher Stammgast sei hier auf mehr als 1000 Übernachtungen gekommen, erzählt Mayer. Besonders wichtig waren ihm motivierte Mitarbeiter – denn die seien für das Verhältnis zum Gast entscheidend. „Wir sind Partner der Gäste: Keine Sklaven, aber wir stehen auch nicht über ihnen. Das war unser Ansatz“, so Mayer.

Der Hotelier ist einer, der gut zuhören kann, ein Netzwerker. Im September erst wurde er mit der Medaille „München leuchtet“ der Stadt für seine Verdienste für den München-Tourismus ausgezeichnet. Ein neues Hotel plant Mayer derzeit nicht. „Ich muss mich erst einmal regenerieren“, sagt er. Ein weiterer Umbruch steht an: Im Februar gibt Mayer sein Amt als Dehoga-München-Chef auf – nach 15 Jahren. Einmal, da er jetzt kein Hotel mehr betreibe. Andererseits habe er gute Erfahrungen damit gemacht, auch mal loszulassen, so Mayer. „15 Jahre sind eine lange Zeit.“

Ramona Weise

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