Münchens Pfleger schlagen Alarm

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Oft herrscht schon Pflege-Notstand! Darum forderten rund 2000 Helfer bessere Bedingungen in der Pflege, mehr Geld und eine gründlichere Ausbildung.

München - Sie fordern eine bessere Pflege, eine gründlichere Ausbildung und eine angemessene Bezahlung: Rund 2000 Menschen - vor allem Pfleger - sind am Mittwoch am Odeonsplatz auf die Straße gegangen

Tamara Eberle (l.) und Julia Vossler.

Sie wollten auf die unzumutbaren Zustände aufmerksam machen. Mit Plakaten und Trillerpfeifen machten sie sich auf den Weg zur Staatskanzlei. Dort überreichten Vertreter der Pflegeverbände der Staatsregierung symbolisch einen Notfallkoffer. Darin steckten keinesfalls Pflaster und Medizin - sondern mehr als 19 000 Protest-Unterschriften. In vielen Häusern herrsche bereits Pflege-Notstand. Die Teilnehmer demonstrierten darum für die Einrichtung einer Pflegekammer, um mehr Einfluss auf die Politik zu bekommen. Die habe sich heuer - im Jahr der Pflege - nicht für eine Verbesserung eingesetzt. „Das können wir nicht länger dulden“, sagte Marliese Biederbeck, Chefin der Arbeitsgemeinschaft der Pflegeberufe.

Tamara Eberle (19) und Julia Vossler (18) sind beide beide Krankenpflege-Azubis. ihr drängendstes Problem: "Die Politiker haben doch keine Ahnung, was Krankenpfleger im Alltag eigentlich alles leisten müssen. Der Druck im Personalbereich ist deutlich zu hoch- es gibt zu viel Arbeit, für die dringend mehr Personal benötigt wird." Barbara Schlicht (59), Lehrerin für Krankenpflege, verdient1500 Euro netto im Monat. Ihrer Meinung nach  muss "ein so wichtiges Thema wie die Pflege auch in der Politik ernst genommen werden. 19 000 Unterschriften haben wir jetzt - das muss doch was bewirken!".

Christa Tischer.

Ewald Rainer (29), auch er Krankenpflege-Azubi , bekommt 700 Euro netto im Monat und fordert: "Die ganze Organisation muss besserzusammenarbeiten, damit die Fachkräfte auch richtig zur Geltung kommen. Azubis wie ich müssen viel zu oft aushelfen." Christa Tischer (65), von Beruf Krankenpflegerin, vedient 1600 Euro netto im Monat. Ihr drängendstes Problem lautet: "Ich bin schon seit 25 Jahren für eine Kammer der Krankenpflege. Es kann nicht sein, dass fast alle Länder in Europa eine Kammer haben, nur wir nicht. Da muss doch was getan werden!"

Jonas Minges

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