Er zahlte nicht - jetzt wohnt er im Knast

Er ist Münchens schlimmster Miet-Preller

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Machte reinen Tisch: Serien-Betrüger Brian S. gestand vor Gericht alle angeklagten Taten.

München - Komfortabel leben ohne einen Cent? Für Brian S. (35) kein Problem. Bei Vermietern trat er stets vornehm auf. Eine Kaltmiete von 1800 Euro könne er jederzeit stemmen, behauptete er. Eine Lüge ! 

Zum „Beweis“ legte der Münchner Journalist fette Lohnbescheinigungen vor. Diese waren gefälscht! Es dauerte Monate, bis die Hausbesitzer den Gauner wieder loswurden. In der Zwischenzeit hatte Brian S. schon die nächste Bleibe angemietet.

Auf die schiefe Bahn geriet der gebürtige Berliner schon im Jahr 2008, als er Broschüren über Sportneuheiten produzieren ließ. Die Rechungen der Druckereien über rund 80 000 Euro sind bis heute offen. Ein Flop war auch sein Livestylemagazin „JFM“. Foto- und Filmaufnahmen wurden nicht bezahlt, Internet-Dienstleister, Graphiker und Models warten noch auf ihr Geld.

Zu den Betrugs-Opfern gehört auch Star-Model Alena Gerber, die Freundin von Skispringer-Legende Sven Hannawald. Sie moderierte für Brian S. die Modeschau Snow Models 2011 in Ischgl. 2517,80 Euro stellte sie in Rechnung. Bezahlt wurde nie.

Brian S. agierte von Zorneding aus, wo er mit seiner damaligen Partnerin ein nobles Einfamilienhaus gemietet hatte. Seit Januar 2011 musste die Partnerin alles bezahlen: 5600 Euro Schaden!

Im Mai 2011 zog er ein Reihenhaus in Allach für 1600 Euro. Als Brian S. im August auszog, blieb er 5000 Euro schuldig.

Im Januar 2012 zog der Betrüger in eine Wohnung in Moosach. Im März flog er raus (1600 Euro Schaden). Nächstes Opfer war Patentanwalt Dr. Eugen Popp. Dieser vermietete ihm eine hübsche Wohnung in Waldtrudering. „Er hat mich immer wieder hingehalten Nach fünf Wochen bin ich stutzig geworden“, so Popp zur tz. „Ich habe dafür gesorgt, dass er verhaftet wurde.“

Am Montag war Prozess vor dem Landgericht: Brian S. gab alle 26 Betrugstaten zu. „Es war das einzig Richtige, reinen Tisch zu machen“, meinte Vorsitzender Richter Dr. Gilbert Wolf. Dafür gab es ordentlich Strafrabatt: Statt fünfeinhalb Jahren Knast kam der Serien-Betrüger mit drei Jahren und zehn Monaten davon. Wolf: „Das unterste dessen, was zu verantworten war.“

Eberhard Unfried

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