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Münchens sinnloses Verkehrsschild

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Wem hilft dieses Schild?
Wem hilft dieses Schild? © Kurzendörfer

Seit 1. Oktober gilt in München die Umweltzone innerhalb des Mittleren Rings.

Damit jeder weiß, dass er nur noch mit einem grünen, roten oder gelben Umweltpickerl den Mittleren Ring Richtung Innenstadt überqueren darf, wurden 337 Schilder aufgestellt, die den Beginn der Umweltzone ankündigen. Das macht ja durchaus Sinn – auch wenn viele prinzipiell am Sinn der Umweltzone zweifeln.

Schwieriger liegt der Fall mit den Schildern, die an den Ausfallstraßen zum Mittleren Ring stehen und das Ende der Umweltzone verkünden. Wer an diesem Schild vorbei kommt, muss im Prinzip eine Umweltplakette haben oder wenigstens eine Ausnahmegenehmigung für die Umweltzone. „Somit ist ihm die Information, dass die Umweltzone hier endet, völlig egal“, so FDP-Rathausfraktionschef Michael Mattar. „Diese Schilder sind völlig verrückt. Sie haben Null Informationswert – höchstens für den, der illegal ohne Umweltplakette in die Stadt gefahren ist und jetzt weiß, dass er keinen Strafzettel mehr zu befürchten hat. Dafür kosten die Schilder aber dann doch zu viel.“

Der Sprecher des Kreisverwaltungsreferates, Christopher Habl, erklärt die weiß-grauen Tafeln so: „Wenn man eine verkehrsrechtliche Maßnahme ankündigt, muss man auch ihr Ende mitteilen. Das ist in der Straßenverkehrsordnung so vorgesehen. Ein Verzicht auf die Schilder wäre ein juristischer Formfehler.“ Mattar entgegnet: „Das mag ja für eine Tempo-30-Zone oder für eine Halteverbotszone gelten. Im Fall der Umweltzone ist das völliger Unsinn.“ Die neuen Hinweistafeln verdichteten nur den Schilderwald in der Innenstadt.

Der ADAC warnt schon seit langem davor, dass zu viel Hinweise die Autofahrer verwirren und im Extremfall von Fußgängern auf der Straße ablenken. „Der Kraftfahrer wird immer mehr gefordert“, so ADAC-Verkehrsexperte Josef Maurus.

J. Welte

Quelle: tz

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