Heftige Explosion in Wohnhaus: Vater und Kind weiter verschüttet - Suche wird bis in Nacht andauern

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Immobilienexperten warnen

Münchens Zukunft: Das Thema Wohnen entscheidet über Standort-Bewertung

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Mehr bezahlbarer Wohnraum in München - das ist für die Entwicklung der Stadt in vielerlei Hinsicht entscheidend.

Immobilienexperten warnen vor den Auswirkungen hoher Wohnkosten auf den Arbeitsmarkt in München. Für die Stadt als Wirtschaftsmetropole droht die Entwicklung ein existenzielles Problem zu werden.

Bereits die Hälfte aller Arbeitsplätze in der Landeshauptstadt sowie der Region entstünden im Umland. Das teilt die Schwaiger Group als Ergebnis der vierten Schwaiger Makler Lounge mit.

Demnach prosperiere der Wirtschaftsstandort, doch immer weniger Beschäftigte fänden ein Dach über dem Kopf. Ob gewerbliches Wachstum weiterhin stattfinden kann, hänge mithin in Zukunft mehr denn je vom Markt für Wohnimmobilien ab. „Das Thema Wohnungssuche ist mittlerweile ein fester Bestandteil von Bewerbungsgesprächen“, sagt Schwaiger-Chef Michael Schwaiger. „Potenzielle Mitarbeiter, die von auswärts kommen, machen das Arbeitsverhältnis immer öfter davon abhängig, ob das Unternehmen Wohnraum oder gar eine Mitarbeiterwohnung stellen kann.“

OB Reiter will Unternehmen in die Pflicht nehmen

Da passt es gut ins Bild, dass OB Dieter Reiter (SPD) dieser Tage die Unternehmen abermals in die Pflicht genommen hat, durch den Bau von Werkswohnungen zur Entspannung auf dem Münchner Mietmarkt beizutragen. Wie berichtet, will der Rathaus-Chef dazu verschiedene Anreize schaffen, etwa durch mehr Zugeständnisse bei der Ausweisung von Gewerbe.

Münchens Makler sind sich derweil bei der Makler Lounge einig, dass insbesondere der Büroimmobilienmarkt nur prosperieren kann, wenn zusätzliche Wohnflächen geschaffen werden. Allerdings sind aktuellen Schätzungen zufolge lediglich noch Flächen für maximal 72 500 Wohneinheiten in München verfügbar. Bereits heute hat der Wohnungsmarkt massive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Unternehmen mieten immer öfter dort, wo das Personal auch wohnen kann – also im Großraum der Landeshauptstadt. „Unterföhring hat beispielsweise mehr Beschäftigte als Einwohner. Garching hat 18 000 Einwohner, 20 000 Studenten und 20 000 Beschäftigte. Damit hat der Standort wie eine Kleinstadt eine Tagbevölkerung von 50 000 Einwohnern“, sagt die Niederlassungsleiterin der Beratungsfirma Bulwiengesa, Heike Piasecki. Dieser Umstand habe erhebliche Auswirkungen auf die Infrastruktur. Die Menschen brauchten Ärzte, Einzelhandel, Gastronomie und vieles mehr. „Davon können alle profitieren, wenn alle an einem Strang ziehen. Wenn nicht, kann es zu einer enormen Belastung für die Umlandgemeinden werden.“

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Piasecki führt weiter aus, dass unter dem Wohnungsmangel auch die Branchenvielfalt in München leiden werde. „In Zukunft wird es für Dienstleistungsunternehmen noch schwerer, weil das Personal sich den Standort München nicht mehr leisten kann.“ Besserung sei nicht in Sicht. „München bleibt weiter von einem starken Wachstum geprägt. In den kommenden zehn bis 15 Jahren steigt die Bevölkerung um die Einwohnerzahl der Stadt Regensburg.“

Jeden Tag kämen in etwa 100 Menschen neu in München an, was rund 50 Haushalten entspricht. Im Gegenzug werden allerdings nur 30 neue Haushalte geschaffen. Profiteur der robusten Entwicklung der Kernstadt seien die Umlandgemeinden. „Der Landkreis in München gehört zu einem der wenigen Landkreise in Deutschland, wo aus einer Kernstadt heraus mehr Menschen ins Umland pendeln. Das Umland generiert dabei immer mehr selbst Angebote wie den Business Campus in Garching oder Unterschleißheim, die aufnehmen, was die Stadt nicht mehr stemmen kann.“

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