So wird das Chaos am Sendlinger Tor gelöst

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Das 3. Untergeschoss vor und nach dem Umbau:

München - Der U-Bahnhof Sendlinger Tor ist in die Jahre gekommen und platzt aus allen Nähten. Damit die Fahrgäste der MVG künftig wieder gefahrlos und schnell ein-, aus- und umsteigen können, soll das Bauwerk für bis zu 80 Millionen Euro umgebaut werden.

 Frühestens 2015 könnte der Umbau beginnen, dessen Dauer auf vier Jahre geschätzt wird. Am Mittwoch stellte MVG-Chef Herbert König die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vor, die kommende Woche dem Stadtrat vorgelegt wird.

Eine Rolltreppe wird umgedreht, links wird ein neuer Durchgang geöffnet und in der Mitte kommen zwei Treppen ins 2. Untergeschoss hinzu

1971 war der U-Bahnhof am Sendlinger Tor für die U3 und U6 eingeweiht worden. 1980 kamen ein Stockwerk weiter unten die Bahnsteige für U1 und U2 hinzu, auch die neue Linie U7 hält hier. Rund 145.000 Fahrgäste steigen jeden Tag am Sendlinger Tor ein oder aus, die Hälfte von ihnen sind Umsteiger. Seit 1980 hat sich das Fahrgastaufkommen somit verdreifacht. Kein Wunder, dass die Zustände immer chaotischer werden: So kommen sich Einsteiger, Aussteiger und Umsteiger ständig in die Quere und behindern sich gegenseitig, in der Mitte des Bahnsteiges von U1, U2 und U7 bilden sich Knäuel. Und weil Brandschutz, Technik, Optik und Barrierefreiheit sowieso nicht dem modernsten Stand entsprechen und das Bauwerk wegen Salz- und Feuchtigkeitsschäden saniert werden muss, will die MVG das Bauwerk komplett umbauen. Die MVG-Planer sehen einen drei-Stufen-Plan vor:

Münchens schönste U-Bahnhöfe

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Am Bahnsteig der U1/2/7 Richtung Kolumbusplatz ...

Der Bypass: Auf Ebene der U1/U2/U7 entsteht ein neuer Durchgang westlich der Treppen. Die Technik, die sich hier verbirgt, braucht nicht mehr so viel Platz und kann teilweise in andere Bereiche verschoben werden, dadurch entsteht Platz für einen Bypass, der für mehr Bewegungsfreiheit sorgt.

Der Treppen-Dreh: Bei den dreiteiligen Treppenanlagen zwischen U1/U2/U7 und U3/U6 wird je eine Treppe umgedreht. Wer nach unten will, kommt in der Mitte des Querbahnsteiges an. Außerdem kommen zwei Treppen im mittleren Bereich hinzu.

Neue Ausgänge: Die Bahnsteige der U1/U2/U3 werden durch neue Durchbrüche im Süden und Norden verbunden – der südliche bekommt einen neuen Ausgang zur Blumenstraße hin, der nördliche wird über zwei Treppen mit dem Sperrengeschoss verbunden.

... gibt es mehr Platz für die Umsteiger, Aussteiger und Einsteiger.

Auch das Sperrengeschoss wird umgebaut: Die schmale Rampe mit den seitlichen Treppen wird in eine durchgehende flache Rampe umgebaut. Außerdem werden die Verkaufsflächen drastisch vergrößert. Auch ein neuer Aufzug wird am Sendlinger Tor eingebaut.

Die Bau-Logistik wird eine Herausforderung. Denn MVG-Chef König verspricht: „Wir wollen die Nutzbarkeit der U-Bahn während der Umbauphase so wenig wie möglich beeinträchtigen.“

Johannes Welte

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