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Kriminelles Duo: Münchner (26) soll Senioren um 220.000 Euro geprellt haben - Auch Bruder zockte Rentner ab

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Von: Andreas Thieme

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Sercan B. (26) muss sich am Landgericht wegen Bandenbetrug verantworten
Sercan B. (26) muss sich am Landgericht wegen Bandenbetrug verantworten © SIGI JANTZ

Heftige Vorwürfe gegen einen Münchner (26): Mit der Betrugsmasche „Falsche Polizisten“ soll er insgesamt zwölf Senioren um rund 220.000 Euro geprellt haben. Auch sein Bruder war mit dieser Masche schon als Betrüger aktiv - und sitzt jetzt im Knast. Eine ähnliche Strafe droht nun auch dem Angeklagten.

München - Dieser Mann hat laut Staatsanwaltschaft ganz schön viel auf dem Kerbholz! Insgesamt zwölf Mal soll Sercan B. (26) Senioren um ihr Erspartes gebracht haben - der Schaden liegt bei mehr als 220.000 Euro. Jetzt steht B. wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs vor Gericht, ihm droht jahrelange Haft.

Seine Masche ‚Falscher Polizist‘ war längst bekannt - doch sie funktioniert offensichtlich immer wieder. Per Telefon werden Senioren kontaktiert: Dabei gibt der Anrufer sich als Kommissar aus, der mitteilt, dass die Senioren in großer Gefahr seien, weil Einbrecher sie auf der Liste hätten. Nun müsse man deren Wertsachen zur Sicherheit einkassieren - ein Polizist in zivil komme sie abholen.

Laut Anklage war es aber Sercan B., der das Geld mitnahm: Allein bei Anneliese K. (76) holte er 49 000 Euro. Vier Mal hatten seine Komplizen, die in der Türkei sitzen und deutsch sprechen, die Seniorin angewiesen, Geld von zwei Banken abzuheben. Dem Druck beugte sie sich die Münchnerin - im guten Glauben an die richtige Polizei. Die nahm Sercan B. schließlich am 24. September 2021 fest - doch da hatte er mutmaßlich schon alle angeklagten Taten begangen.

München: Falscher Polizist prellte Senioren um insgesamt 220000 Euro - auch sein Bruder ist ein Betrüger

Bei neun Senioren hatte die Masche Erfolg, drei ältere Herrschaften blockten die Betrugsversuche jedoch ab. Kaum zu glauben: Auch der Bruder von Sercan B. ist ein Betrüger, der sich als Polizist ausgegeben hatte. Sergün B. wurde Ende August zu vier Jahren Knast verurteilt. Sercan B. droht nun eine ähnliche Strafe. Zum Prozessauftakt gestern war noch nicht klar, ob er ein Geständnis ablegt. In diesem Fall wäre seine Strafe geringer - und die Opfer müssten nicht mehr aussagen.

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