Münchner stürzt in den Tod - Frau schwanger

München - Philipp D. und seine Frau freuen sich seit Monaten auf ihren Nachwuchs. Bald wird es so weit sein. Doch der 30-Jährige Münchner wird nicht da sein. Er ist im Zugspitzgebiet in den Tod gestürzt.

Das Leben kann so grausam sein. Philipp D. und seine Frau freuen sich seit Monaten gemeinsam auf Nachwuchs. In wenigen Tagen wird es so weit sein. Doch die junge Frau wird an diesem Tag ihren geliebten Mann nicht an ihrer Seite haben. Denn am Sonntagabend stürzt Philipp D. bei einer Bergtour im Zugspitzgebiet in den Tod.

Der 30-Jährige, der in München Manager bei einer großen Consultingfirma war, wollte das herrliche Wetter am Sonntag zu einer Tour am Jubiläumsgrat nutzen. Der „Jubi“, wie ihn Bergsteiger nennen, führt über den Grat zwischen der Zugspitze (2962 m) und dem Hochblassen (2706 m). Die Route gilt als eine ernst zu nehmende hochalpine Tour. Für erfahren Alpinisten ist die Strecke aber trotzdem in sechs bis acht Stunden zu schaffen.

Die Karte des Unglücksorts

Philipp genoss die Tour und teilte seine herrlichen Eindrücke wohl auch immer wieder mit seiner hochschwangeren Frau am Handy. Doch dann passierte es. Plötzlich war Philipp D. nicht mehr erreichbar. Immer und immer wieder probierte es seine Frau von der heimischen Wohnung in Solln aus, doch es antwortete ihr nur noch die Mailbox. Gram vor Sorge, alarmierte die verzweifelte Frau schließlich um 20.30 Uhr die Bergrettung. Den letzten Handykontakt, so schilderte sie den Einsatzkräften, hätte sie im Bereich der Grieskartscharte gehabt.

Unterstützt von einem Polizeihubschrauber und einem Polizeibergführer, rückten sofort Einsatzkräfte der Bergwacht Garmisch- Partenkirchen in diesen Bereich aus. Doch nach einigen Stunden musste die Suche erfolglos abgebrochen werden. Was für ein Schlag für die werdende Mutter in Solln, die immer noch auf ein glückliches Ende hoffte!

Gegen sieben Uhr morgens am Montag setzte die Bergwacht die Suche fort, doch erst vier Stunden später gelang es schließlich, den Bergsteiger über sein Mobiltelefon zu orten. An einer ganz anderen Stelle, im Bereich der Höllentalangerhütte.

Vom Hubschrauber aus wurde Philipp D. schließlich entdeckt. Doch leider konnten die Männer nur noch seinen Leichnam bergen. Welche Tragik: Wie Anton Vogg, Bereitschaftsleiter der Bergwacht Grainau der tz schilderte, war der Bergsteiger nur noch rund 500 Meter von der Hütte entfernt, als er in den Tod stürzte. Vogg: „Dort ist das Gelände eigentlich nicht mehr schwierig. Aber in der Nacht und ohne Licht sieht das natürlich anders aus. Der Mann muss sich beim Abstieg wohl verfranst haben. Er kam etwas vom Weg ab und geriet in ein Waldstück, das voller Fels durchsetzte Abbrüche ist.“

Ein solcher wurde Philipp D. offensichtlich zum Verhängnis. Er stürzte und zog sich dabei tödliche Kopfverletzungen zu. Seinem Kind werden von ihm nur Fotos und Erzählungen bleiben.

JAM/WDP

Rubriklistenbild: © dpa

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