Sie ignorierte ihr Berufsverbot

Ärztin fliegt mit skrupellosen Machenschaften auf

München - Eine Ärztin hat das gegen sie verhängte Berufsverbot einfach ignoriert und weiter Patienten behandelt. Als die Polizei ihr auf die Schliche kam, wurde erst das Ausmaß ihrer rücksichtslosen Berufsausübung bekannt.

Die 57 Jahre alte Ärztin hatte ihre Approbation verloren, weil sie Substitutionspatienten ohne Erlaubnis Betäubungsmittel verschrieben hatte. Zudem wurde ein Berufsverbot ausgesprochen sowie eine elfmonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung gegen sie verhängt. Beides wurde im April 2011 rechtskräftig.

Doch die Medizinerin scherte sich nicht um das Urteil. Sie praktizierte in ihrer Giesinger Praxis einfach weiter. Erst als es bei der Weiterbehandlung von Patienten über Vertretungsscheine zu Komplikationen kam und Unstimmigkeiten bei den Rezeptverordnungen auftraten, wurde die 57-Jährige bei der Stadt München angeschwärzt. Die Stadt erstattete daraufhin Anzeige bei der Staatsanwaltschaft.

Das hatte zur Folge dass die Praxis im Juli 2011 durchsucht wurde. Dabei stellten Polizeibeamte zahlreiche Unterlagen und Patientenakten sicher. Nach der Auswertung der Dokumente steht die Ärztin nun im Verdacht, in 39 Fällen Gesundheitszeugnisse gefälscht, in 88 Fällen gefährliche Körperverletzung begangen und in 275 Fällen gegen das Heilpraktikergesetz verstoßen zu haben.

Da das Ergebnis erst nach knapp eineinhalb Jahren vorlag, konnte die 57-Jährige erst diesen Donnerstag festgenommen werden. Am Freitag wurde sie dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der ihr einen Haftbefehl eröffnete. Nun sitzt die Ärztin bis auf weiteres in Untersuchungshaft.

mm

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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