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Münchner Altbau-Wohnhaus soll abgerissen und neu gebaut werden - Bewohner befürchten Mietpreis-Explosion

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Von: Tom Offinger

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Die Genossenschafts-Wohnanlage an der Fallstraße 38:
 Hier soll abgerissen und umgebaut werden.
Die Genossenschafts-Wohnanlage an der Fallstraße 38: Hier soll abgerissen und umgebaut werden. © Schlaf

Im Münchner Süden soll ein altes Wohnhaus abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Die Bewohner fürchten, dass die Mieten dann steigen.

München - Auch im Münchner Süden lässt sich der Wandel nicht aufhalten: Neben der Großbaustelle am alten Rewe-Markt an der Alramstraße steht in Sendling schon der nächste Häuser-Neubau in den Startlöchern, diesmal an der Fallstraße, Ecke Zechstraße in Mittersendling.

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Dort soll ein 1911 erbautes Gebäude modernisiert, aber auch teilweise abgerissen und neu aufgebaut werden. Die Begeisterung der Bewohner, die in der Genossenschaft „Verein für Volkswohnungen“ Mitglied sind, hält sich entsprechend in Grenzen, sie würden das altehrwürdige Gebäude lieber erhalten und sich und ihren Nachbarn die Baumaßnahmen ersparen, anstatt es durch einen Neubau zu ersetzen.

München: Wohnhaus soll abgerissen werden - Bewohner fürchten um Genossenschafts-Mieten

Gleichzeitig fürchten sie durch den Neubau eine Erhöhung der genossenschaftlich sicheren Mieten in den insgesamt 152 Wohnungen der Wohnanlage in München*. Hilfesuchend wandten sich die Bewohner der Anlage, in der noch mit Nachtspeicheröfen geheizt wird, an den Sendlinger Bezirksausschuss (BA) und berichteten während dessen jüngster Sitzung von ihren Sorgen.

Obwohl das Haus seit mehr als 100 Jahren steht und auch auf historischen Fotos des benachbarten ehemaligen Philip-Morris-Geländes zu sehen ist, fällt der Bau nicht unter den Ensemble- oder Denkmalschutz. Ein Abriss sei diesem Aspekt folgend also nicht mehr zu verhindern, die Denkmalschutzbehörde habe sich bei ihrer Untersuchung auch gegen einen Erhalt des vollständigen Hauses ausgesprochen, erklärte Philip Fickel (SPD), Vorsitzender des zuständigen Ausschusses, den sichtlich enttäuschten Bewohnern. Generell habe die Lokalbaukommission schon grünes Licht für das Bauvorhaben gegeben, führte der BA-Vorsitzende Markus Lutz (SPD) weiter aus.

München: Wohnhaus-Neubau über Köpfe der Genossenschaft hinweg entschieden

Wie ein anwesender Bürger betonte, sei über die Pläne unerklärlicherweise über die Köpfe der Genossenschaft und ihrer Mitglieder hinweg entschieden worden, ihr Frust und Ärger sei daher entsprechend groß. Ein finaler Bauantrag liege hingegen noch nicht vor, sodass die Lokalpolitiker zumindest noch mit einer Stellungnahme zum Bauvorhaben auf die Bedenken der Anwohner aufmerksam machen können.

Im Allgemeinen verständigte sich das Plenum auf eine Begrüßung einer Modernisierung, auch den Abriss der alten Gebäudeteile werde man akzeptieren, allerdings solle die Erhaltung der älteren Abschnitte nochmals geprüft werden. Als wichtigster Punkt wurde die Beibehaltung des preiswerten Wohnraums festgelegt, die Mieten sollten auch künftig sicher bleiben, gerade hinsichtlich der aktuellen und ehemaligen Mieter.

Wohnraum für viele Berufsgruppen mit niedrigen oder mittleren Einkommen würden weiter benötigt, appellierte der Sendlinger BA eindringlich in der Stellungnahme. Es bleibt abzuwarten, ob die Bedenken und Sorgen der Anwohner an der Fallstraße 38 und der Zechstraße 2–10 gehört werden und den finalen Antrag in ihrem Sinne noch beeinflussen können.

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