Obama bleibt US-Präsident

So feiern Münchner Amis die Wahlnacht - Video

München - US-Amerikaner, die im Ausland leben, wählen traditionell eher die Demokraten. Das zeigt sich in der großen Wahlnacht auch bei der Party im Münchner Amerika-Haus.

Chicken-Wings und Maiskolben, rote und blaue Luftballons: Mehrere hundert US-Amerikaner und Deutsche haben in der Nacht zum Mittwoch in München die große Wahlnacht mit einer Party im Amerika-Haus gefeiert. Dabei schien die Vorliebe der Wähler in München klar: Schon eine halbe Stunde nach Party-Beginn waren Barack-Obama-Anstecker vergriffen, Sympathiebekundungen für seinen Herausforderer Mitt Romney waren dagegen noch dutzendfach zu haben. So muss die Freude am frühen Morgen auch bei den meisten Besuchern auch groß gewesen sein: US-Präsident Obama wurde klar wiedergewählt.

Die Wahlparty im Amerika-Haus

Die Wahlparty im Münchner Amerika-Haus

„Amerikaner im Ausland sind insgesamt eher Wähler der Demokratischen Partei“, sagte der neue US-Generalkonsul in der bayerischen Landeshauptstadt, Bill Moeller. Nur beim Militär im Ausland gebe es eine Tendenz zu den Republikanern. Bei einer Podiumsdiskussion um Mitternacht gaben Polit-Experten Obama für seine bisherige Arbeit die Schulnoten Eins minus bis Zwei minus.

Viele Besucher trugen ihre Vorliebe für den Amtsinhaber mit T-Shirts mit dem berühmten Aufdruck von vor vier Jahren zur Schau: „Yes, we can“. Dazu gehörte auch der Schauspieler John Friedmann - besser bekannt als „Erkan“ aus dem Kult-Duo „Erkan und Stefan“. Er hatte sich ebenso wie Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) oder die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, unter die Gäste gemischt.

Noch vor der Entscheidung sagte die 46 Jahre alte Kristy Koth, die aus dem US-Bundesstaat Washington stammt und seit 18 Jahren in Deutschland lebt: „Romney wäre ein Rückschritt für unser Land.“ Amerika sei dennoch stark und werde jeden Präsidenten verkraften.

Der Andrang zur Party war groß. Am späten Abend hatten sich lange Schlangen vor dem Sicherheitscheck gebildet. Wer es ins Haus schaffte, traf durchaus auf Klischees: US-Flaggen, Girlanden, Country-Musik, Luftballons in weiß, blau und rot sowie typisch amerikanisches Essen wie Hot Dogs, Hähnchen und Maiskolben. Auf bayerisches Bier konnte trotzdem nicht verzichtet werden. Zwei als Freiheitsstatue und Uncle Sam verkleidete Stelzengänger begrüßten die Gäste, Besucher posierten mit lebensgroßen Papp-Figuren der beiden US-Präsidentschaftskandidaten für Erinnerungsfotos.

Zu Beginn der Wahlnacht war die Spannung deutlich zu spüren, doch schon kurz nach Mitternacht lichteten sich die Reihen deutlich. Noch bevor die ersten Hochrechnungen per Leinwand in das Amerika-Haus übertragen wurde, gab es keine Hot Dogs mehr - die Küche hatte zugemacht.

Obama oder Romney? Ein Party-Gast hatte da seine ganz eigene, wenn auch einigermaßen nostalgisch anmutende Antwort - in Form eines kleinen Ansteckers mit dem Konterfei von „JFK“ und der Aufschrift „Kennedy for president“.

dpa

Rubriklistenbild: © Heinz Hoffmann

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