Sondersendung der MVG im Livestream

Münchner U-Bahn feiert Jubiläum: Erinnerungen an 50 Jahre

Sind eng mit der U-Bahn verbunden: Siegfried Bernecker und Nicole Müller.
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Sind eng mit der U-Bahn verbunden: Siegfried Bernecker und Nicole Müller.

Siegfried Bernecker (80) kennt die Münchner U-Bahn wie kein anderer: Schon 1967 war er einer der Testfahrer, half beim Aufbau des Linien-Netzes mit. Seit der Eröffnung der U-Bahn vor 50 Jahren ist viel passiert. Die MVG feiert das Jubiläum mit mehreren Aktionen.

  • Die Münchner U-Bahn gibt es seit 50 Jahren
  • Gefeiert wird das Jubiläum mit mehreren Aktionen
  • Siegfried Bernecker (80) war ein Fahrer der ersten Stunde

Wenn Siegfried Bernecker heute in der Stadt unterwegs ist und ganz einfach von A nach B kommt, dann lächelt der 80-Jährige. Weil er sich noch ganz genau an die Zeit erinnern kann, in der der öffentliche Nahverkehr kaum ausgebaut war. Und weil er selbst einen großen Anteil daran hatte, dass die Münchner U-Bahn in Schwung gekommen ist. Bernecker war vor fast sechs Jahrzehnten Testfahrer der ersten Stunde, beim Netz-Ausbau dabei, bildete Fahrer aus und wurde Chef der damals hochmodernen Leitstelle am Marienplatz. Klar, dass ihm das Jubiläum 50 Jahre U-Bahn sehr am Herzen liegt. Seine Geschichte erzählt er am 23. September 2021 um 19.30 Uhr in der großen Online-Sendung der MVG, die hier zu sehen ist. Das Besondere: Den Moderator, TV-Legende Thomas Ohrner („Timm Thaler“), kennt Bernecker noch als kleinen Burschen aus der Nachbarschaft. „Mal sehen, ob er sich erinnert.“ Die beiden Männer werden bei ihrem Livestream ohnehin viel zu besprechen haben.

Sogar die Bundeswehr half beim Testbetrieb

Denn Bernecker weiß alles über die U-Bahn. „Sie hat mich von Anfang an fasziniert. Allein die Technik“, sagt er mit leuchtenden Augen. Deshalb war es für den Trambahnfahrer in den 60er-Jahren auch keine Frage, ob er bei diesem „Zukunftsprojekt“ mitarbeiten möchte. Zusammen mit drei Kollegen bildete er 1967 die Vorhut, die auf der Teststrecke zwischen den künftigen Stationen Studentenstadt und Nordfriedhof die ersten U-Bahnen – Vier-Wagen-Züge – übernahm. „Wir sind rund um die Uhr gefahren.“ Beschleunigen, bremsen, ein Gefühl für die Dynamik bekommen. „Einmal hat uns sogar die Bundeswehr mit einer ganzen Kompanie unterstützt.“ Schließlich mussten die Fahrer wissen, wie sich eine voll besetzte U-Bahn beim Bremsen „anfühlt“.

Der Bau der U-Bahn zwischen Uni und Odeonsplatz in den späten 1960er Jahren.

Die erste Line fuhr zwischen Kieferngarten und Goetheplatz

Beim Tag der offenen Tür, als die Münchner 1968 vorab mit ihrer neuen U-Bahn fahren durften, war er dabei. Beim offiziellen Start im Oktober 1971 sowieso. Viele neue Strecken wurden seitdem eingeweiht. Bernecker war bei jedem der Feste dabei – bis zum Jahr 2002. Und er blickt gern zurück: „Ich bin stolz auf die U-Bahn.“ Vor allem sei es wunderbar zu sehen, wie nach den kleinen Anfängen ein so großes Netz entstanden ist. Und immer weiter entsteht. Die erste Linie fuhr zwischen Kieferngarten und Goetheplatz und ersetzte die Trambahn 6 – daher auch der Name U6. Die Erfahrungen, die Siegfried Bernecker bis dahin gesammelt hatte, konnte er in den folgenden Jahren einbringen: Beim Ausbau des Netzes fuhr er mit Dieselloks alles, was auf den Baustellen gebraucht wurde: von Schotter bis Rolltreppen. Er gab sein Wissen als U-Bahn-Fahrlehrer an jüngere Generationen weiter und baute die Leitstelle mit auf. Während all der Zeit, verrät er, war sein Gegenpol zu den Aufgaben im Untergrund immer Bewegung an der frischen Luft. „Ich liebe die Berge.“

U-Bahn-Fahrer: Auch für die junge Generation ein besonderer Job

Das Musikmachen als Sängerin in einer Mundart-Band ist hingegen für Nicole Müller der perfekte Ausgleich zur Arbeit. Sie ist erst seit zwei Jahren U-Bahn-Fahrerin und eine von Berneckers Kollegen, die heute für Bewegung sorgen. Ein Job, den sie eigentlich nur für kurze Zeit machen wollte – nach einigen Jahren als Pädagogin. „Jetzt kann ich mir nichts Besseres vorstellen“, sagt die 33-Jährige. Sie habe ihren Traumberuf gefunden. Jeder Dienst sei anders. „Man weiß nie genau, wie die Schicht, der Tag läuft.“

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