Vor den Augen seines Sohnes

Münchner Bergführer stürzt in den Tod

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Rainer Z. (57) in einer Hütte nach seinem Aufstieg auf den Breiten Grieskogel bei einem DAV-Ausflug im März 2012. Die Berge waren immer seine große Leidenschaft

Wien - Der Münchner Bergführer Rainer Z. (57) ist am Samstag in Tirol 80 Meter tief in den Tod gestürzt – vor den Augen seines eigenen Sohnes.

Ausgerechnet der Rainer. Der in den Bergen fast schon zuhause war. Der als Tourenwart der Münchner Alpenvereins-Sektion Edelweiß jahrelang andere Bergsteiger auf die Gipfel geführt hatte. Ausgerechnet Rainer Z. (57) ist am Samstag in Tirol 80 Meter tief in den Tod gestürzt – vor den Augen seines eigenen Sohnes! Seine Bergfreunde können es nicht fassen. „Dieser Verlust ist ein Schock für uns alle“, sagt Hermann Hübel, Chef des Alpenvereins Edelweiß.

„Rainer war ein sehr erfahrener Bergsteiger, immer fröhlich und hilfsbereit. Er kletterte seit über 40 Jahren – bei diesem Drama aber sind mehrere tragische Umstände zusammengekommen“, sagt Herrmann Hübel der tz. Das tragische Unglück geschieht auf der Fleischbank, einem Gipfel in der Gebirgskette Wilder Kaiser. Der 57-jährige Rainer Z. ist mit seinem 28 Jahre alten Sohn und zwei anderen Bergsteigern aus Deutschland auf 2187 Metern unterwegs. Der große Fehler: Der erfahrene Rainer Z. verzichtet beim Abseilen auf einen speziellen Sicherungsknoten, berichtet die Polizei. Prompt rutscht das Seilende durch eine Öse. Rainer Z. stürzt ab. Einer der anderen Bergsteiger versucht noch vergeblich, das Seil mit bloßen Händen zu stoppen. Er zieht sich dabei schwere Verbrennungen zu – aber er kann Rainer Z. nicht halten. Der 57-Jährige stürzt in die Tiefe auf die Felsen – er ist sofort tot.

Beim Münchner Alpenverein herrschen am Tag danach Fassungslosigkeit und Trauer. Rainer Z. hinterlässt noch einen weiteren erwachsenen Sohn. „Wir sind mit Gedanken bei der Familie“, sagt Edelweiß-Chef Hermann Hübel. Noch am Sonntag veröffentlichen er und die Kameraden auf der Internetseite einen Nachruf. Erst vor einem Monat hatten sie einen Freund verloren. Da steht: „Schon wieder trauern wir um einen unserer Bergkameraden. Er war ein erfahrener Alpinist und ein liebenswerter und hilfsbereiter Freund.“

Ebenfalls am Samstag ereignete sich bei Inzell im Kreis Traunstein ein weiteres tragisches Bergunglück: Eine Bergsteigerin (59) stürzte auf dem Gamsknogel in den Tod – ihr Ehemann musste alles mitansehen.

age/nba

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