Münchner Betrügerin Miriam K. (33)

Mit Möpsen zockt sie Tierliebhaber ab

+
Niedliche Mopsfotos zieren auf Facebook noch immer die Tierschutz-Seite der mutmaßlichen Betrügerin Miriam K. (33, Name geändert). Bis vor kurzem hat sie mit solchen Fotos scheinbar noch um Spenden gebeten

München - Offenbar seit Jahren zockt eine Münchner Betrügerin (33) arglose Tierfreunde mit süßen Möpsen ab. Die Klagen der Betrogenen füllen mittlerweile zahlreiche Internet-Foren.

Sie segelt unter der mildtätigen Flagge des Tierschutzes – und das scheinbar mit großem Erfolg. Denn die Klagen der Betrogenen füllen mittlerweile zahlreiche Internet-Foren: Offenbar seit Jahren zockt eine Münchner Betrügerin (33) arglose Tierfreunde ab. Erst Anfang des Jahres präsentierte Miriam K. (Name geändert) auf ihrer Facebook-Tierschutz-Seite rührende Bilder eines kleinen Mopses, der angeblich schwer krank ist. Die Heilung sei nur mithilfe von Spenden möglich. Dazu gab sie gleich mal ihre Kontonummer an. Ein paar Tage später war die Seite kurzfristig geschlossen, der Mops scheinbar geheilt. Denn die Kontonummer war verschwunden und damit auch das Geld. Spendenquittungen kamen nicht an – klarer Fall von Spendenbetrug. Der Schaden geht in die Tausende.

Die Münchner Polizei bestätigte, dass gegen die Frau aktuell wieder mehrere Anzeigen laufen. Denn Miriam K. verkaufte an Gutgläubige auch gebrauchte Matratzen („die Hälfte des Erlöses kommt dem Tierschutz zugute“). Die Matratzen kamen nie an, ebensowenig wie die iPhones und Krügerrand-Münzen, die sie sehr geschickt bei Internet-Auktionshäusern anbot – stets gegen Vorkasse, versteht sich.

Wer diese Dame persönlich aufsuchen möchte, wird sie kaum finden. Denn sie zieht ständig um. Von der Wasserburger Landstraße (Berg am Laim) nach Waldkraiburg, Burgkirchen, Koblenz, Freilassing und aktuell wieder zurück in den Landkreis München nach Kirchheim. Für diese Wohnung wurde im Internet kürzlich schon wieder ein Nachmieter gesucht.

Auf der Facebook-Seite „Wir gegen Tierschutzbetrug“ wird mittlerweile offiziell vor ihren Umtrieben gewarnt: „Frau K.s Spielplatz sind mehrere Tierschutzgruppen auf Facebook und sie erweitert die Gruppenmitgliedschaften täglich.“ Tatsächlich tummeln sich auf ihrer Seite aktuell 4058 Freunde, von denen manche scheinbar mehrmals im Monat Offerten jeder Art von Miriam K. bekommen.

Ein Opfer schildert dort: „Auf dem Polizeirevier, wo ich eine Betrugsanzeige gegen Frau K. im Januar 2013 machte, versicherte mir der Polizist, dass Frau K. schon seit 2007 bekannt ist. (...) Auf seinem Bildschirm hat sich der Polizist die Fälle angeschaut und kopfschüttelnd gemeint, dass er die Anzeigen gar nicht zählen könne, so viele seien es.“ Die Frau soll angeblich bereits im Jahr 2011 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden sein, was sie jedoch scheinbar nicht sonderlich beeindruckt hat.

Selbst nahestehende Vertraute blieben nicht verschont. Eine frühere Lebensgefährtin trieb Miriam K. gar in die Privat-Insolvenz, weil sie unter dem Namen der Freundin heimlich Handys und ein Laptop kaufte und die Rechnungen verschwinden ließ. Die fand die betrogene Freundin allerdings erst bei ihrem Auszug.

Dorita Plange

Auch interessant

Meistgelesen

Verspätungen auf der Stammstrecke - aus zwei Gründen
Verspätungen auf der Stammstrecke - aus zwei Gründen
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Sechs Orte in München, an denen wir uns aufwärmen
Sechs Orte in München, an denen wir uns aufwärmen
Raubüberfall auf Internetcafé: Zufall führt Polizei zu Tätern
Raubüberfall auf Internetcafé: Zufall führt Polizei zu Tätern

Kommentare