Noch tonnenweise Blindgänger

Bombenwahnsinn! So viel kostet eine Entschärfung

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August 2012: Vor zwei Jahren war die Entschärfung unmöglich: In Schwabing musste gesprengt werden.
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März 2014: Einsatz in Neuperlach: Martin Tietjen (li.) und Martin Radons entschärften den Bomben-Zünder
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Im Oktober 2014 entschärft: Der 250 Kilo-Sprengsatz in Schwabing.
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November 2014: In der Hochäckerstraße wurde heuer zweimal entschärft.

München - Bombenalarm! Bei dieser Meldung zuckt immer noch ganz München zusammen. Wo sie liegen, wie viel entschärft wird und was die Einsätze kosten, lesen Sie hier!

Bombenalarm! Bei dieser Meldung zuckt immer noch ganz München zusammen. Allein in der vergangenen Woche gab es in Schwabing und Neuperlach wieder zwei große Einsätze, bei der Anwohner in Sicherheit gebracht wurden und gefährliche Fliegerbomben entschärft werden mussten.

Tatsächlich handelt es sich dabei nicht um Einzelfälle – denn jährlich müssen in ganz Bayern immer noch Hunderte Bomben und andere Sprengmittel entfernt werden. Die lebensgefährliche Arbeit erledigen zehn Kampfmittelbeseitigungs-Teams. Sie wissen: Gerade in schwer bombardierten Städten wie München liegen noch tonnenweise Blindgänger, oft in der Nähe ehemals kriegswichtiger Einrichtungen. Wie viele genau: Das wissen auch die Behörden nicht. Aber: „Wir gehen davon aus, dass zirka zehn Prozent der abgeworfenen Bombenlast nicht detoniert ist“, sagt Regierungsdirektor Stefan Frey vom bayerischen Innenministerium. Je nach Munitionstyp schätzen Experten die Zahl der Blindgänger sogar auf bis zu 20 Prozent.

Im vergangenen Jahr gab es deshalb bayernweit 900 Fundmeldungen – sogar bis zu 1000 Einsätze der Kampfmittelbeseitiger waren in der Vergangenheit nötig. Rund 800 000 Euro zahlt der Freistaat jährlich dafür (siehe Tabelle unten). Allein 180 Tonnen mussten im vergangenen Jahr beseitigt werden – „davon 65 alliierte Spreng- und Splitterbomben mit mehr als zwei Tonnen Sprengstoff“, sagt Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

„Gefunden werden Bomben oder Granaten bei Bautätigkeiten“, sagt Martin Tietjen (39), der seit dreieinhalb Jahren für den Kampfmittelräumdienst in München arbeitet. Er ist oft der entscheidende Mann, wenn es wieder heißt: Bombenalarm! Bitte entschärfen…

Kampfmittelbeseitigung in Bayern

Jahr Meldungen Fundstellen beseitigte Kampfmittel Entschärfung Einsätze Fachleute im Einsatz Kosten gesamt
2000 k.A. 742 70,058 Tonnen k.A. k.A. 14 2 200 000 DM
2001 k.A., 739 33,791 Tonnen 68 Bomben k.A. 10 772 000 Euro
2002 k.A. 670 29,778 Tonnen 46 Bomben k.A. 10 1 059 000 Euro
2003 k.A. 786 13,37 Tonnen 65 Bomben k.A. 9 640 000 Euro
2004 k.A. k.A. 21,86 Tonnen 23 Bomben k.A. 12 700 000 Euro
2005 k.A. k.A.. 22 Tonnen 33 Bomben k.A. 12 700 000 Euro
2006 650 k.A. 37 Tonnen 58 Bomben k.A. 12 700 000 Euro
2007 800 k.A. 28 Tonnen k.A. k.A. 12 700 000 Euro
2008 700 k.A. 50 Tonnen 121 Bomben k.A. 12 700 000 Euro
2009 800 k.A. 35 Tonnen 75 Bomben k.A. 12 700 000 Euro
2010 k.A. k.A. 50 Tonnen 117 Bomben 800 12 700 000 Euro
2011 k.A. k.A. 60 Tonnen 214 Bomben 1000 12 700 000 Euro
2012 k.A. k.A. 60 Tonnen 52 Bomben 1000 12 700 000 Euro
2013 900 k.A. 180 Tonnen 65 Bomben k.A. k.A. 800 000 Euro

Quelle: Bayerisches Innenministerium; k.A. = keine Angabe

Andreas Thieme

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