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Münchner Christkindlmärkte: Welche Veranstaltungen noch stattfinden

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Von: Laura Felbinger, Sascha Karowski, Claudia Schuri

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Das Weihnachtsdorf an der Residenz ist aufgebaut – ob der Markt stattfindet ist noch nicht ganz sicher.
Das Weihnachtsdorf an der Residenz ist aufgebaut – ob der Markt stattfindet ist noch nicht ganz sicher. © Marcus Götzfried

Nach der Absage des Christkindlmarkts am Marienplatz fallen weitere Märkte aus - andere sollen trotz schärferer Regeln stattfinden. Wir haben uns bei Standl-Betreibern und Veranstaltern umgehört. 

Mir kommen gleich die Tränen“, sagt Josef Rohrer (56) vom Standl Beerenalm, als er über die Entscheidung der Stadt spricht. Die plötzliche Absage der städtischen Christkindlmärkte am Marienplatz traf ihn und seine Frau mit voller Wucht. Allein Auf- und Abbau des massiven Holzhäuschens in der Fußgängerzone und die Ware - 3000 Liter Glühwein - kostet die beiden rund 30 000 Euro. Auf den Kosten bleiben sie nun sitzen. Rohrer: „Bietet ein Restaurant Glühwein to go an, ist das ok - aber wir hier unter freiem Himmel dürfen das nicht.“

Ähnlich geht es Heidemarie Steindl (66). Ihr Christbaum-Kugel-Stand ist mitten am Marienplatz. Das Standl gehört der Stadt. Zwei Tage lang hatte sie es eingeräumt, liebevoll dekoriert - doch nun musste sie alles wieder ausräumen. „Ich habe eine Nachtschicht eingelegt“, erzählt Steindl gestern Mittag und lacht. Sie nimmt es mit Humor - Galgenhumor. „Geweint haben wir letztes Jahr schon genug.“

Zumindest den Gebrannte-Mandeln-Stand in der Fußgängerzone hat Beate Pelzer noch, der gehört nicht zum Christkindlmarkt. Dennoch: Ihr Glühweinstand am Marienplatz wäre das Jahreshauptgeschäft gewesen. „Ich bin sehr traurig“, sagt sie. Doch angesichts der Corona-Lage könne sie die Entscheidung der Stadt verstehen.

Stadt will Standl-Betreiber unterstützen

Bürgermeisterin Katrin Habenschaden erläuterte Standl-Betreibern die Gründe für die Absage. 
Bürgermeisterin Katrin Habenschaden erläuterte Standl-Betreibern die Gründe für die Absage.  © Marcus Schlaf

Einen kleinen Trost gibt es wenigstens: „Die Stadt wird die Standl-Betreiber finanziell unterstützen, das ist erklärter Wille aller großen Fraktionen“, versichert Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne). Auch OB Dieter Reiter (SPD) hatte angekündigt, die Beschicker zu entschädigen. CSU-Chef Manuel Pretzl: „Ein Teil dieser Lösung könnte sein, dass die Landeshauptstadt bereits beschaffte Waren aufkauft und diese an soziale Einrichtungen oder Bedürftige verteilt.“

Auch der Eiszauber am Stachus fällt heuer aus. „Wir können das angesichts der derzeitigen Lage nicht mehr verantworten“, erklärt Gastronomin Verena Able. Der Winterzauber am Viktualienmarkt wurde auch abgesagt. „Mir tun die Standl-Betreiber leid – und ich mache mir Sorgen um meinen eigenen Stand“, sagt Gabi Klein (62), die ihr Wald- und Wies’nstandl im vergangenen Winter komplett schließen musste. Einen Lockdown halten viele Standl-Betreiber für möglich. Ebenfalls abgesagt wurde der Weihnachtsmarkt im Werksviertel.

Einige andere Christkindlmärkte finden trotzdem statt

Viele andere Christkindlmärkte sollen trotz strengerer Regeln stattfinden. „Wir haben aufgebaut und sind startklar“, sagt Robert Maier-Kares vom queeren Weihnachtsmarkt Pink Christmas (Glockenbachviertel), der am Montag beginnen soll. Bei dem Markt gibt es eine Teststation. Denn für private Weihnachtsmärkte gilt die 2G-plus-Regel. Das heißt, Zutritt haben nur Geimpfte oder Genesene, die einen negativen Corona-Schnelltest vorweisen können. Maier-Kares hofft, dass die erlaubte Besucherzahl nicht weiter reduziert wird. Denn: Die Kosten seien jetzt schon hoch.

„Für uns ist wichtig, wie viele Personen auf dem Markt erlaubt sind“, sagt auch Andreas Micksch, der für den Haidhauser Weihnachtsmarkt zuständig ist. Die Marktfläche am Weißenburger Platz musste schon verkleinert werden, um 2G umsetzen zu können. Die Organisatoren hoffen, dass der Markt am 23. November starten kann. „Aber wir müssen erst abwarten, ob es noch weitere Einschränkungen gibt.“ Auch beim Weihnachtsdorf im Kaiserhof der Residenz ist nicht sicher, ob es an diesem Freitag losgeht. Der Aufbau ist fertig, aber: „Wir warten erst noch ab, welche weiteren Anweisungen es gibt“, sagt Eduard Rosai. Die Verantwortlichen fürs Tollwood-Festival möchten noch die heutige Bund-Länder-Konferenz abwarten, bevor entschieden wird, ob am 24. November öffnet wird.

Daniel Hahn dagegen plant, den Märchenbazar im Olympiapark, die Sternenflotte auf der Alten Utting und den Weihnachtsmarkt am Bahnwärter Thiel durchzuziehen. „Ein Besuch ist sehr sicher, wir sind hoffnungsvoll“, betont er. Auch der Moosacher Hüttenzauber, der Christkindlmarkt am Luise-Kiesselbach-Platz und der Mittelaltermarkt am Wittelsbacherplatz sollen stattfinden.

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