Die Münchner City im Preis-Check

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Schön, aber nicht überall günstig: die Münchner Innenstadt

München - Die Münchner Innenstadt bietet ihren Besuchern eine riesige Gastro-Auswahl für jeden Geldbeutel. Die tz hat die Preise für je drei Gerichte und drei Getränke in 100 Lokalen innerhalb des Altstadtrings für Sie abgefragt.

Das Herz Münchens – es schlägt so schnell wie nie zuvor. An besonders geschäftigen Samstagen tummeln sich gleich mehrere Hunderttausend Menschen in der Innenstadt, allein in der Neuhauser Straße und in der Kaufingerstraße pilgern pro Stunde bis zu 20 000 Passanten an den Läden vorbei. Und weil shoppen hungrig macht, kehren viele irgendwann ein. Wie beim Einkaufen auch, haben die Kunden die Qual der Wahl: von original bayerischer Küche bis zu Spezialitäten aus aller Welt. Allerdings unterscheiden sich die Lokale nicht nur in Angebot und Qualität, sondern auch in ihren Preisen. Vergleichen lohnt sich. Mit der tz geht das ab heute leichter. Hier servieren wir unseren Lesern den größten Gastro-Überblick für die Innenstadt. Er beinhaltet 100 Gaststätten, Bars und Cafés innerhalb des Altstadtrings – exemplarisch mit den Preisen für je drei Getränke und drei Gerichte. Suchen Sie sich einfach Ihre(n) Favoriten aus den Tabellen heraus. Welches Wirtshaus am Ende auch immer das Ihre ist: Prost, und an Guadn!

TABELLE VERGRÖSSERN

Angebot ohne Grenzen

Klischees über das Verhältnis von Mann und Frau sind zwar verpönt, aber manche stimmen. Schauen wir uns zum Beispiel einen typischen gemeinsamen Einkaufsbummel an: Sie will neue Schuhe, startet einen Marathon durch etliche Geschäfte. Rein ins nächste, wieder zurück ins letzte, nein, doch lieber noch mal woanders umschauen. Er hechelt hinterher, bis er irgendwann mit seinen Kräften am Ende ist – und nicht selten auch mit den Nerven. Viele Männer geben schon vorher auf und tanken bei einer Halben Bier neue Kraft.

Spätestens jetzt werden allerdings auch viele Herren der Schöpfung zu Schnäppchenjägern. Und beim Bier lohnt sich der Vergleich besonders – das hat sich beim großen Preisvergleich der tz herauskristallisiert. Von 2,80 bis sechs Euro reicht die Spanne für 0,5 Liter Helles, das sind 114 Prozent Unterschied. Auch beim Essen macht es sich bezahlt, vor der Einkehr einen Blick auf die Speisekarte zu werfen.

Wie in allen Metropolen gibt es eine nüchterne Erkenntnis: Billiges Bier sucht Mann vergebens. „Natürlich zählt das Preisniveau in München zu den höchsten in Deutschland“, gibt Peter Inselkammer, Sprecher der Innenstadt-Wirte, zu, „aber dafür ist es bei uns halt auch am schönsten“.

Das Angebot kennt – auch beim Essen – keine Grenzen. „Die Gastronomie in der Innenstadt hat sich unglaublich positiv entwickelt“, lobt Wolfgang Fischer vom Einzelhandelsverband City-Partner. „Es gibt wirklich für jeden Geschmack etwas.“ Und das nicht nur während der Ladenöffnungszeiten, sondern auch abends. Fischer: „In vielen deutschen Innenstädten ist das Geheule groß, weil die Leute nach Geschäftsschluss kaum noch gastronomische Angebote finden. Bei uns dagegen sind viele Restaurants dann genauso voll wie tagsüber.“

Wirte-Sprecher Inselkammer betont: „Wir setzen uns gemeinsam dafür ein, dass die City lebendig und attraktiv bleibt.“ Dazu tragen übrigens auch die Touristen bei. Denn in München befinden sich 80 Prozent der Hotelbetten in der Innenstadt. „Es gibt nur ganz wenige Großstädte, wo dieser Anteil so hoch ist“, weiß Frank-Ulrich John vom Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband.

Aber warum müssen viele Wirte – quasi als Beilage zu ihren Schmankerln – so gepfefferte Preise servieren? „Die Betriebskosten sind in der City von Haus aus höher als anderswo“, erklärt Marketing-Profi Fischer. „Angefangen bei der Miete über die schwierige Liefer-Logistik bis hin zu Denkmalschutz-Auflagen. Das kommt einen Wirt einfach teurer, als wenn er auf dem Land einen Biergarten pachtet.“

30 bis 50 Euro pro Quadratmeter müssten Gastronomie-Betriebe in der Innenstadt durchschnittlich hinblättern, in Einzelfällen könnten für kleinere Imbissflächen aber auch schon mal über 100 Euro fällig werden, rechnet Fischer vor. Einzelhändler zahlen im Schnitt sogar 200 bis 300 Euro pro Quadratmeter – mit Ausschlägen nach oben. Dafür gibt’s Kunden satt, denn die 900 Meter lange Fußgängerzone gilt als meistbesuchte in Deutschland.

Im übrigen braucht München den Preisvergleich mit anderen deutschen Großstädten nicht zu scheuen. In Hamburg, Berlin oder Frankfurt kostet die Halbe Bier vielerorts vier Euro und mehr. „Und in Stockholm müssen Sie schon mal sechs bis sieben Euro ausgeben“, sagt Inselkammer. Ein Hinweis, der den klassischen männlichen Schnäppchenjäger kaum trösten dürfte. Aber vielleicht diese Tatsache: Gemessen an den Schuh-Investitionen seiner Herzdame ist der Gerstensaft vermutlich fast geschenkt – da kann er sich auch guten Gewissens gleich noch eine Halbe bestellen.

Andreas Beez

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