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Münchner Corona-Demo verläuft diesmal ruhig - deutlich weniger Teilnehmer

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Von: Leoni Billina

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Ein bisschen Protest: Die Polizei hatte die Demonstration stets unter Kontrolle. Schmidhuber
Ein bisschen Protest: Die Polizei hatte die Demonstration stets unter Kontrolle. © Astrid Schmidhuber

Wieder einmal sind gestern am Mittwochabend Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren. Vergangene Woche waren es noch gut 3000 Teilnehmer, gestern waren circa 1000 Demonstranten unterwegs.

München – „Frieden!“ ruft ein Mann plötzlich in der Kaufingerstraße. Und kriegt die Antwort „Freiheit!“ von anderen Leuten, die scheinbar einen Einkaufsbummel durch die Stadt machen. Es sind allerdings keine Touristen auf Shopping-Tour, sondern „Spaziergänger“, die gestern wieder gegen Corona-Maßnahmen demonstrierten.

Der Abend verlief, vor allem im Vergleich zu den vergangenen Mittwochabenden, ruhig. Es waren nur kleine Gruppen unterwegs, keine großen Züge durch die Stadt, bestätigt ein Sprecher der Polizei. Insgesamt seien es ungefähr 1000 Leute gewesen, die in der Stadt unterwegs waren. Auf der Theresienwiese fand eine angemeldete Corona-Demo statt, die etwa 100 Teilnehmenden trugen Masken und hielten sich an Abstände. Ruhig verlief auch eine Gegendemonstration am Odeonsplatz, bei der sich etwa 200 Menschen beteiligten.

Die Polizei war mit 1000 Beamten im Einsatz

Die Polizei war mit 1000 Einsatzkräften auf das ganze Stadtgebiet verteilt in Bereitschaft. Etwas ungemütlich wurde es gegen 20 Uhr in der Kaufingerstraße: Hundert Menschen liefen immer wieder in der Fußgängerzone rauf und runter, die Polizei wies mehrmals mit Lautsprecherwagen auf das Versammlungsverbot hin. Schließlich bildeten die Beamten Ketten, um die Menge zu stoppen, lösten die Versammlung auf. Lautsprecheransagen kündigten an, dass die Polizei die Personalien aufnehmen würde. Derzeit gilt noch immer die Allgemeinverfügung, die im Stadtgebiet Zusammenkünfte, die in Verbindung mit den Corona-Demos stehen, verbietet. .

Immer weniger Zuspruch?

Vergangenen Mittwoch waren noch rund 3000 Menschen unangemeldet zu „Spaziergängen“ unterwegs gewesen, es kam zu mehreren Zwischenfällen. Dass es gestern vergleichsweise ruhig zuging, könnte an dem Organisator des Bündnisses „München steht auf“ liegen. Der hatte gestern eine Videobotschaft in die Telegram-Gruppe gepostet, in der er ankündigte, selbst nicht demonstrieren zu gehen, weil die Stadt seine Versammlung am Geschwister-Scholl-Platz erneut auf die Theresienwiese verlegt hatte. Man könne auch zuhause bleiben und „Kräfte sammeln“, sagte Melchior I. Diesem Ruf waren wohl einige der Corona-Demonstranten gefolgt.

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