Winterkleidung und Essen

Abgaben noch möglich: Münchner sammeln für Flüchtlinge in Slowenien

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Micha Hohl und Tochter Fanny sortieren Spenden.

München - Münchner sammeln für Flüchtlinge. Auf eigene Initiative starten Micha Hohl und ihr Ehemann Till Hofmann einen Transport nach Slowenien. Bis Dienstagabend werden noch Spenden angenommen.

Mit nichts als den Kleidern, die sie am Leib haben, kommen sie nach Europa: Männer, Frauen, Kinder, Babys. Seit Wochen, Monaten auf der Flucht. „Zuschauen können wir nicht“, sagt Micha Hohl, während sie Winterjacken der Größe nach sortiert. Am Mittwochfrüh fährt ihr Mann Till Hofmann, engagierter Flüchtlingshelfer und Kleinkunstkönig, mit einem 7,5-Tonner an die Grenze nach Slowenien. Wenn die Münchner weiter so fleißig spenden, wird der Lastwagen voll mit Winterkleidung, Schuhen, Decken, Windeln und Essen sein.

Spendenaktion für Flüchtlinge in Slowenien

Über seine Organisation Bellevue di Monaco hat Till Hofmann am Freitag dazu aufgerufen, für die Flüchtlinge in Slowenien zu spenden. Gebraucht wird: Winterkleidung, besonders Jacken, Socken, Isomatten, Schlafsäcke, Zelte, Pavillons, Decken, Babynahrung, Windeln, Hygiene-Artikel, Medikamente, trockene Grundnahrungsmittel, wie Linsen, Reis, Datteln, Salzbrezeln, Nüsse.

„Diesmal ist’s keine Bellevue di Monaco-Aktion, sondern ein Familienunternehmen. Denn der Bruder von Till hat die Aktion ins Rollen gebracht“, sagt Micha Hohl. Weil er nicht mehr zusehen konnte, wie geschwächte Menschen in Europa hungern und frieren müssen, hatte er die Idee nach Slowenien zu fahren, um vor Ort zu helfen. „Dort gibt es eine Gruppe Ehrenamtler, die eine Küche aufgebaut haben und für die Flüchtlinge warm kochen“, sagt Hohl. Dank einer Großspende vom einem Großmarkthändler und den vielen Spenden der Münchner wird’s Nachschub für die Refugee-Köche geben. Außerdem werden mehrere hundert Flüchtlinge nicht mehr frieren müssen. Pack ma’s! 

Spenden können noch am Dienstag von 12 bis 22 Uhr in der Galerie Truk Tschechtarow, Haimhauserstraße 16a, abgegeben werden.

Für Leser, die am heutigen Dienstag keine Zeit mehr haben, gibt es noch eine andere ehrenamtliche Münchner Gruppe, die regelmäßig mit Spenden in die Grenzgebiete fährt. Leser können sich auf der Facebookseite informieren, wann sie das nächste Mal fahren. Derzeit sind sie in Brežice an der slowenischen Grenze.

"Mein Keller ist jetzt leer"

Von Forstenried nach Schwabing ist‘s eindeutig viel kürzer als von Forstenried nach Slowenien. Für die Menschen an der EU-Grenze habe ich drei Schlafsäcke und eine Isomatte hier vorbeigebracht. Mehr Sachspenden wird es von mir erstmal nicht geben: mein Keller ist leer, mein Kleiderschrank schon längst ausgemistet. In meiner Freizeit engagiere ich mich für die Flüchtlinge in der Bayernkaserne.

Heike ­Martin (40), Marketing-­Managerin

"Die Kinder frieren"

Ich habe meinen vierjährigen Sohn gefragt, ob wir seinen Lieblingsanorak der kleinen Schwester geben, wenn sie groß ist oder ob wir ihn einem Kind geben, dem jetzt sehr kalt ist. Jetzt haben wir den Anorak zu den anderen Wintersachen in die Spendenkiste gepackt. Freilich könnten wir die Kleidung aufheben, bis unsere Kleine sie tragen kann. Aber andere Kinder brauchen sie jetzt viel dringender.

Amelie Planck (27), Pädagogin

"Wir geben mit Freude"

Fünf Paar Handschuhe habe ich – eines davon trage ich. Deshalb habe ich vier Paar Handschuhe gespendet. Wer einmal seinen Kleiderschrank durchsucht, wird fündig. Meine Frau und ich haben in der Familie Winterkleidung und Decken gesammelt, waren Windeln und warme Socken einkaufen. Wir haben so viel und können mit Freude etwas abgeben an jene, die nichts haben.

Jürgen Weber (76), Beamter außer Dienst, mit seiner Frau

Jasmin Menrad

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