Münchner entdeckt das kleinste Reptil der Welt

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Winzig, winzig: das Zwerg-Chamäloen

München - Irre: Ein deutsch-amerikanisches Team um den Münchner Biologen Dr. Frank Glaw  (45) hat in Madagaskar das kleinste Reptil der Welt entdeckt. Für ihn ist das fast alltäglich.

Hinter dem wissenschaftlichen Namen Brookesia micra verbirgt sich ein nur 16 Millimeter großes Chamäleon, das mit seinen Artgenossen locker auf einem Fingernägel eine Tanzparty feiern könnte.

Das ist das kleinste Chamäleon der Welt

Das ist das kleinste Chamäleon der Welt

Aufgespürt haben Dr. Glaw von der Zoologischen Staatssammlung und seine Kollegen die bisher unbekannte Art auf Madagaskar. Der Inselstaat vor der Südostküste Afrikas ist für Biologen eine Art Schlaraffenland: Nirgendwo auf der Welt ist die Artenvielfalt größer.  „Bei unseren Expeditionen vergeht kaum ein Tag, an dem wir keine neue Art entdecken“, so Dr. Glaw. Zuletzt waren’s gleich vier neue Zwerg-Chamäleon-Arten, von denen Brookesia micra die kleinste ist.

Maximal 16 Millimeter ist ein Männchen lang, ähnlich klein ist nur noch eine Gecko-Art, die in der Karibik entdeckt wurde. Weltweit sind nun 193 Chamäleon-Arten bekannt, davon leben 40 Prozent auf Madagaskar. Ein Chamäleon-Paradies, könnte man meinen – doch die Realität sieht anders aus, denn leider werden große Teile des Regenswaldes abgeholzt und damit die Lebensräume vieler Arten zerstört. Eine der neu entdeckten Chamäleon-Arten haben die Forscher deshalb Brookesia desperata getauft - das heißt so viel wie verzweifelt – und soll auf die Bedrohung aufmerksam machen.

Die schrägsten Tiere der Welt

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Auch im  dritten Jahrtausend sind Expeditionen übrigens immer noch ein großes Abenteuer. „Wir kommen immer wieder in völlig unberührte Regionen“, so Dr. Glaw. Mit Macheten und Buschmessern müssen sich die Biologen den Weg freikämpfen. Die Zwerg-Chamäleons spürten sie schließlich auf einer zerklüfteten, rund 115 Hektar großen Kalkfelsinsel auf, die wenige Kilometer vor der Hauptinsel liegt. Irre: Erste Forschungsergebnisse ergaben, dass sich die Evolutionswege bei den Chamäleons, die sich auf den ersten Blick relativ stark ähneln, schon vor vielen Millionen Jahren getrennt haben – das ist deutlich früher als bisher angenommen.

dp

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