Der Extremsportler wird ein Jahr unterwegs sein

Münchner Jonas Deichmann: Mit einem Triathlon um die Welt

Der Extremsportler Jonas Deichmann
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Jonas Deichmann zieht beim Schwimmen ein Floß mit Nahrung hinter sich her.

Der Münchner Jonas Deichmann lebt als Extremsportler. Drei Weltrekorde hält er bereits auf dem Fahrrad. Aktuell absolviert Deichmann einen Triathlon um den Globus.

  • Der Münchner Jonas Deichmann plant einen neuen Weltrekord.
  • Insgesamt wird er 120 Ironmans absolvieren.
  • Beim Schwimmen hat Deichmann bereits einen neuen Rekord aufgestellt.

München – Inzwischen kann Jonas Deichmann wieder lachen. „Das Schwimmen ist einfach brutal anstrengend.“ Bereits am zweiten Tag im Wasser musste er abbrechen. Der Südwind war so stark, dass er einfach nicht mehr vorankam. Zudem fand er tagelang keinen trockenen und windgeschützten Schlafplatz. Übernachtungen auf Felsen, Verletzungen von kleinen Steinen, Scheuerstellen vom Neoprenanzug – „das verheilt halt alles nicht, wenn man tagsüber acht Stunden im Salzwasser ist.“ Warum tut man sich all das an? Nun ja, Deichmann ist von Beruf Extremsportler und auf der Jagd nach dem nächsten Weltrekord. Drei hält er bereits für Langzeitstrecken auf dem Fahrrad.

Am 26. September startete der 33-Jährige seinen „Triathlon 360 Degree“. Der Plan: die Erde in den 3-Triathlon-Disziplinen und ohne ständige Begleitung zu umrunden. Dabei absolviert er jeweils die 120-fache Ironman-Distanz, also 456 Kilometer schwimmen, 5040 Kilometer laufen und 21 600 km Rad fahren. Für das Abenteuer visiert der gebürtige Stuttgarter eine Zeit von 12 bis 14 Monaten an.

Abends sucht sich Deichmann improvisierte Schlafplätze.

Von München aus radelte Deichmann zunächst 850 Kilometer über Österreich nach Kroatien. „Beim Start auf dem Fahrrad hat mich der Wintereinbruch voll erwischt. Auf dem Tauernpass in Österreich gab es Schneefall und Dauerregen, das war schon mal eine schöne Einstimmung auf Sibirien.“

Nach viereinhalb Tagen erreichte der Wahl-Münchner Karlobag – einen Badeort an der Adria. Anschließend musste Deichmann seine „Gemahlin“ – das Rad trägt den Namen „Esposa“, spanisch für Ehefrau – abstellen und wechselte zum Neoprenanzug. „Schwimmen geht an die Substanz. Auch mental. Man sieht halt nichts außer Wasser den ganzen Tag“, sagt Deichmann. Besonders auf der Strecke zur Insel Pag hatte er große Probleme mit der Navigation. Kurz vor der kroatischen Hafenstadt Trogir stellte der ehemalige IT-Vertriebler dann den bisherigen Weltrekord für die längste unbegleitete Schwimmstrecke, die der Brite Sean Conway über 200 Kilometer hielt, ein. Mittlerweile hat Deichmann rund 260 Kilometer im Wasser zurückgelegt, am 22. November will er in Dubrovnik ankommen.

Doch für den ehrgeizigen Athleten ist es nicht einfach nur eine Jagd nach dem nächsten Weltrekord. Es ist „schön, die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen“, sagt er. Zudem möchte Deichmann auf den Klimawandel aufmerksam machen: „Wenn ich das schaffe: einmal um die Welt ohne Flugzeug – dann können die Leute vielleicht auch ein bisschen aufs Auto verzichten, zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit.“

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